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07.01.2014

Nach 15 Jahren beendet SODI Projekte humanitärer Kampfmittelräumung

Berlin, 7. Januar 2014: Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung hat das Auswärtige Amt eine umfassende Bestandsaufnahme und Überprüfung seiner bestehenden Förderrichtlinien sowie eine Vereinheitlichung der Vorgaben zur Projektförderung vorgenommen. Als Konsequenz beendet die Nichtregierungsorganisation Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) seine erfolgreichen Kampfmittelräumprogramme in Vietnam und Laos.

Die Umsetzung dieser neuen Vorgaben bedeutet für SODI, dass ab sofort ein erheblicher Anteil der Projektbegleit- sowie Personal- und Verwaltungskosten für die Projekte der Humanitären Kampfmittelräumung in Vietnam und Laos als Eigenbeitrag aufgebracht werden müssten. Das entspräche einer Mehrbelastung von ca. 150.000 Euro für das Jahr 2014, die so kurzfristig nicht über Spenden finanziert werden kann. In den vergangenen 15 Jahren der Projektfinanzierung gab es wiederholt Forderungen des Auswärtigen Amtes nach einer Erhöhung der Eigenbeteiligung von SODI an den Kosten der Minen- und Blindgängerräumung. SODI hat gegenüber dem Auswärtigen Amt immer wieder argumentiert, dass SODI als spendenfinanzierte Nichtregierungsorganisation dazu nicht in der Lage sei. Zudem sehen SODI sowie die Mehrheit der Spenderinnen und Spender vor allem jene Staaten in der Pflicht und Verantwortung, die die Kriege geführt und die Minen und Bomben hinterlassen haben.

SODI sieht sich daher außerstande, die neuen Vorgaben des Auswärtigen Amtes für die Projektförderung zu erfüllen und somit das Vorhaben über den bewilligten Zeitraum (31.12.2013) hinaus weiterzuführen. SODI dankt sowohl dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für die großzügige finanzielle Unterstützung als auch den Partnern vor Ort für die außerordentlich gute Zusammenarbeit in den vergangenen 15 Jahren.

„Wir bedauern die Beendigung der Kampfmittelräumung sehr, vor allem deshalb, da SODI mit seinem Integrierten Programm seit 1998 in Vietnam und seit 2009 in Laos einen erheblichen Beitrag zur Beseitigung von Kriegsfolgen und zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen vor Ort geleistet hat“, erklärt Roland Lauckner, Geschäftsführer der Nichtregierungsorganisation. Pro Jahr beseitigte SODI bis zu 40.000 nicht-explodierte Kampfmittel und führte im Anschluss auf den geräumten Flächen Entwicklungsprojekte durch.

Unabhängig von der Einstellung der Aktivitäten in der Kampfmittelräumung wird SODI die integrierten  Entwicklungsprojekte (gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in Vietnam und Laos mit dem Ziel der Armutsbekämpfung weiterführen und möglichst ausbauen. „Die Hilfe zur Selbsthilfe für Opfer von Langzeitfolgen des Krieges wird ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit unseren vietnamesischen und laotischen Partnern und den betroffenen Menschen und ihren Gemeinschaften bleiben“, fügt Lauckner abschließend hinzu.

Ein abschließender Dank gilt insbesondere allen Spenderinnen und Spendern, die das Integrierte Programm in den vergangenen Jahren unterstützt haben. SODI hofft auch weiterhin auf die Solidarität der Spenderinnen und Spender für die Opfer von Langzeitfolgen des Krieges in Vietnam und Laos!


Pressekontakt:
Dörte Gastmann, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; E-Mail: d.gastmann@sodi.de; Tel: (030) 920 9093-17