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06.12.2016

„Es liegt an uns, die Macht der Konzerne zu beschränken!“

Am Dienstag, den 29. November, veranstaltete der Solidaritätsdienst International e.V. (SODI) in Kooperation mit dem Monsanto Tribunal und der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine Podiumsdiskussion zum Thema „Saatgutvielfalt statt Einfalt“.

Podiumsdiskussion Referent*innen © SODI, 2016

Anke Kähler (Die Freien Bäcker e.V.), Hannes Lammler (Monsanto Tribunal) und Harry May (SPP, Partnerorganisation von SODI aus Südafrika) (v.r.n.l.) diskutierten gemeinsam mit den Besucher*innen. © SODI, 2016

Am Dienstag, den 29. November, veranstaltete der Solidaritätsdienst International e.V. (SODI) in Kooperation mit dem Monsanto Tribunal und der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine Podiumsdiskussion zum Thema „Saatgutvielfalt statt Einfalt“ im taz Café Berlin. Drei Aktivisten, Anke Kähler (Die Freien Bäcker e.V.), Hannes Lammler (Monsanto Tribunal) und Harry May (SPP, Partnerorganisation von SODI aus Südafrika) diskutierten gemeinsam mit den Besucher*innen über Modelle und Ansätze, die dazu beitragen, eine weltweite Entwicklung zu stoppen, die vor allem auch die Existenz von Millionen Kleinbauern gefährdet und zerstört.

Die Perspektiven der Podiumsgäste waren zwar sehr unterschiedlich, aber über die große Gefahr, die von der zunehmenden Machtkonzentration im Saatgutbereich ausgeht, waren sie sich einig. Insbesondere Harry May, Projektkoordinator bei SPP, sprach von den besorgniserregenden Entwicklungen in seinem Heimatland. „Die Mehrheit der Südafrikaner isst genmanipulierte Lebensmittel ohne ihr Wissen und Einvernehmen“, so der Aktivist. Gemeinsam mit SPP unterstützt SODI Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Südafrika in ihrem Kampf gegen den Gen-Mais. Dazu gehört die Aufklärung der Bevölkerung über die gesundheitlichen und die ökonomischen Folgen. Aber nicht nur das, die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern erhalten auch ein praktisches Training im ökologischen Landbau und werden in politischer Bewusstseinsbildung geschult. Und es braucht eben auch Mut, Widerstand zu leisten. So antwortete May auf die Frage „Tauschen Sie Saatgut trotz der möglichen Repressionen in Südafrika?“ beherzt: „Ja, denn Saatgut lagern und tauschen hat eine lange und ursprüngliche Tradition, die wir uns nicht verbieten lassen“. Eine ähnliche Haltung vertrat auch Anke Kähler, Vorsitzende von Die Freien Bäcker e.V. „Es liegt an uns, der Zivilgesellschaft, die Macht der Konzerne zu beschränken!“, so  Kähler. Auch hierzulande sei es dringend notwendig, handwerkliches Know-how zu erhalten und weiter zu entwickeln, um dauerhaft Ernährungssouveränität zu erhalten und zurückzuerlangen. „Wie wahrscheinlich ist ein Gewinn gegen Monsanto?“, wurde Hannes Lammler, Mitglied des Organisationskomitees des Monsanto Tribunals, am Ende der Veranstaltung gefragt. Aus gegebenem Anlass beantwortete er die Frage zuversichtlich lächelnd mit einem berühmten Zitat Che Guevaras: „Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!“.

Auch 2017 tritt SODI weiterhin für Ernährungssouveränität ein. Auf der „Wir haben es satt!“-Demonstration, am 21. Januar, kämpft der Verein als offizieller Träger weiter für einen gerechten Welthandel. Engagieren auch Sie sich!

 

Dies ist eine kurze Dokumentation, die das Team von Draufsicht, SODIs entwicklungspolitisches Videomagazin, anlässlich der Veranstaltung zusammengestellt hat. Drei Vertreter*innen von Draufsicht haben am Peoples' Assembley des Monsanto Tribunal in Deen Hague teilgenommen.