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21.03.2017

Mit Bildung globalen Missständen und Rassismus entgegentreten

Der Internationale Tag gegen Rassismus, am 21. März, mahnt jährlich vor Diskriminierung und Ausgrenzung. Mit dem Bildungskonzept des Globalen Lernens tritt SODI ausländerfeindlichen Tendenzen und Rechtspopulismus mit Aufklärung und Sensibilisierung entgegen.

Circle of hands ©WLC

Rassismus bedeutet die Abwertung und Ungleichbehandlung bestimmter Menschen. Das Konstrukt einer Gruppe beruht auf Vorurteilen und Zuschreibungen anderer, die hierdurch meist profitieren. Mit dem Bildungskonzept des Globalen Lernens sensibilisiert SODI für globale Ungerechtigkeiten und motiviert junge Menschen, sich für eine global gerechtere Welt einzusetzen. Hierbei werden Verbindungen zwischen kolonialen und postkolonialen Zusammenhängen, Rassismus und Entwicklungszusammenarbeit aufgezeigt.

Das junge, ehrenamtliche Videoredaktionsteam „Draufsicht“ gibt hierzu lokale Antworten auf globale Fragen – und das schon seit über sechs Jahren. Die studentischen Redakteure beleuchten aktuelle Themen wie (Anti-)Rassismus, Geschlechtergerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Inklusion. 2017 erweitert sich ihre Perspektive um eine neue Sicht aus dem Globalen Süden: Godlove Dzebam, ein weltwärts-Freiwilliger aus Kamerun, der 2016 das SODI-Team in Berlin unterstützte, hat in seiner Heimat in Bamenda, seine eigene Redaktionsgruppe gegründet. Gemeinsam mit der Bamenda Film School, wollen das neue Team in Kamerun und das Berliner Draufsicht-Team künftig zusammen Videos zu global relevanten Themen produzieren. „Draufsicht wird auch in Zukunft globale wie lokale Mechanismen der Ungleichbehandlung thematisieren. Dazu gehören auch sämtliche Formen institutionalisierter Diskriminierung und insbesondere Rassismus. Im neuen Partnerprojekt mit dem Redaktionsteam in Bamenda möchten wir u.a. draufschauen, wie lokale bzw. ethnische Stereotype sowohl in den Gesellschaften Deutschlands (z.B. Ost-West) als auch in Kamerun (z.B. Nord-Süd) reproduziert werden und welche Konsequenzen sich daraus für die betroffenen Personengruppen ergeben“, erklärt Daniel Weyand, Mitglied von Draufsicht.

Auch das neuste Bildungsprojekt „Was der Bauer nicht kennt…“ nähert sich globalen Zusammenhängen - beleuchtet aber eine ganz neue Perspektive, die unseres Konsums. Aber was hat Nahrung mit Rassismus zu tun? Ettina Zach, Programm-Managerin Bildung bei SODI erzählt: „Der rassistisch legitimierte Versklavungshandel und die Plantagenwirtschaft beuteten Menschen als Arbeitskräfte aus. Die „Versklaver“ und „Kolonialherren“ rechtfertigten ihre Gewalt-Herrschaft mit „Rassenideologie“. Heute werden viele Produkte und Lebensmittel weiterhin unter menschenunwürdigen, umweltgefährdenden und unfairen Bedingungen hergestellt: Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen, gefährliche Arbeit ohne Gesundheitsschutz, missbräuchliche Kinderarbeit, miese Löhne und der Einsatz von gefährlichen Pestiziden sind die Folgen.“

Gegen diese Missstände will das Projekt Jugendliche durch multimediale Methoden sensibilisieren und gemeinsam mit ihnen Ausstellungen und mögliche Lösungen erarbeiten. Zusammen mit der Agentur für Bildung – Geschichte, Politik und Medien e.V. wird SODI die Bildungsarbeit des Projektes mit einem eigenen Recherchebericht nochmals festigen und vertiefen.