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11.10.2017

Neuer weltwärts-Freiwilliger Leonel

Auch in diesem Jahr bekommt SODI tatkräftiger Unterstützung im Rahmen des weltwärts-Freiwilligendienstes. Der Buchprüfer Chia Leonel Ngong aus Kamerun ist seit zwei Monaten in Deutschland. Was bewegt ihn und worauf freut er sich während seines Jahres in Deutschland?

ein junger Mann sitzt im Büro

weltwärts-Freiwilliger Leonel © SODI

Mein Name ist Chia Leonel Ngong und ich komme aus Kamerun. Als Teilnehmer des entwicklungspolitischen Süd-Nord-Programmes von Brot für die Welt und des weltwärts-Freiwilligendienstes bin ich jetzt schon seit zwei Monaten in Deutschland und arbeite bei SODI. Die Süd-Nord-Komponente des weltwärts-Programms ermöglicht jedes Jahr jungen Erwachsenen aus Costa Rica, Georgien und Kamerun einen 13-monatigen Aufenthalt in Deutschland.  Während dieser Zeit arbeiten wir in Einsatzstellen mit einem entwicklungs – oder gesellschaftspolitischem Profil und realisieren sogar über das Jahr ein eigenes Projekt. Bei SODI bin ich Teil des Draufsicht-Teams und kümmere mich u.a. um die Video-Bearbeitung, unsere Social Media Kanäle und Recherchearbeiten. Außerdem helfe ich beim Filmen der Videos. Neben meiner Arbeit bei SODI und Draufsicht bin ich Teil der Theatergruppe „Spielwut – Spielmacht“. Das theaterpädagogische Projekt setzt sich gegen Rassismus jeder Art und koloniale Unterdrückungsstrukturen ein und nutzt dafür u.a. die Methoden des Teatro dos Oprimidos (Theater der Unterdrückten) des Brasilianers Augusto Boal.
Hier in Berlin wohne ich bei einer Gastfamilie, deren beide erwachsene Kinder leider nicht mehr zuhause leben. Das Leben in der Familie ist eine gute Möglichkeit, um Deutsch zu üben, besonders da die Sprache sehr kompliziert ist und es mir momentan noch schwer fällt, mich auf Deutsch zu unterhalten. Hier in Deutschland ist vieles anders als im Kamerun, im Moment ist es aber besonders der kommende Winter und die Kälte, die mir zu schaffen macht. Dafür habe ich aber den Sommer hier in vollen Zügen genossen und war begeistert davon, wie lange es in Deutschland hell bleibt – ganz anders als im Kamerun, wo die Sonne das ganze Jahr über um 18 Uhr untergeht.
In Kamerun arbeite ich als Buchprüfer und engagiere mich beim Cameroon Baptist Convention Health Services (CBCHS), einer Partnerorganisation von Brot für die Welt. Der CBCHS engagiert sich seit mehr als 60 Jahren als kirchliche non-profit Organisation für eine Verbesserung des Gesundheitswesens in Kamerun.
Mein Freiwilligendienst in Deutschland ist die erste Gelegenheit, bei der ich mein Heimatland Kamerun verlasse. Ich möchte diese Erfahrung daher besonders nutzen, um eine neue Kultur und eine neue Sprache kennenzulernen und neue Arbeitserfahrungen zu sammeln. Ich hoffe, nach meiner Rückkehr sowohl meine Gemeinde, wie auch mein Land alles Ganzes noch effektiver unterstützen zu können. Besonders Bildungsprojekte und ein verbessertes Schulwesen halte ich für unglaublich wichtig, um Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu bieten und die Entwicklung Kameruns unterstützen zu können.