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25.06.2018

Jahres-Report 2017: Gemeinsam für Menschenrechte

Von Umweltprojekten in Vietnam bis zum sozialen Engagement der Roma in Serbien: Wir blicken auf erfolgreiche Projekte und Kampagnen zurück!

Zwei Frauen in Nepal

Zwei Frauen in Nepal © Rahel Klein

2017 war ein erfolgreiches Jahr. Ein Jahresüberschuss von 16.873,96 Euro war das Ergebnis der guten Zusammenarbeit von Vorstand und Geschäftsstelle. 32 Soli-Projekte in 15 Ländern unterstützten in 2017 benachteiligte Minderheiten auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben und bei der Stärkung ihrer Menschenrechte.

 

 

 

Gemeinsam mit lokalen Partnern gegen Ausbeutungsstrukturen und Ungerechtigkeiten

In 2017 haben wir uns viel vorgenommen, aber auch viel erreicht! Mit unserem Partner KOO konnten afghanische Frauen durch eine Ausbildung zur Orthopädietechnikerin einen selbstbestimmten Weg realisieren. Auch der Bau der Teefabrik ermöglichte der indischen Minderheit der Adivasi, ihre Position als Teebäuer*innen zu stärken und durch ökologische Lösungen ihre Erträge zu steigern. Weberei, Schneiderei und Kunsthandwerk ermöglichten Frauen mit Behinderung in A Loi/Vietnam faire Löhne und ein eigenes Einkommen.

In seiner Solidaritätstradition unterstützt SODI ebenfalls seit 2017 die Kinderabteilung des fast komplett zerstörten General Hospitals in West Mossul/Irak. Auch 31 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe engagieren wir uns für die strahlengeschädigten Kinder in Belarus. Ein besonderer Erfolg ist die Geschichte von Nastja Moltschanowa, eines anerkannten Strahlungsopfers, die durch Soli-Aktionen nun ein selbstbestimmtes Leben führen kann. 2017 schloss sie als Jahrgangsbeste das Abitur ab.

2017 wurde ebenfalls das Projekt für Ernährungssouveränität der Kleinbäuer*innen in Boane/Mosambik eröffnet. Schon heute ist mit dem erfolgreichen Anbau von Mais- und Bohnensaat der Grundstein für den ökologischen Nährstoffkreislauf aus Pflanzenanbau und Tierhaltung gelegt. Aber auch die Schüler*innen und das Umweltbildungszentrum in KaMukuwana engagierten sich für Klimaschutz und erhielten dafür einen Preis. In Vietnam geht das Projekt der Tiam Giang Lagune zu Ende. Die Fischer*innen blicken mit der nachhaltigen Fischerei in eine sichere Zukunft. 29.000 Mangrovensetzlinge schützen die Ufer der Lagune nun auf natürliche Weise vor extremen Wetterereignissen.

In Europa setzt sich SODI für die Stärkung der Menschenrechte von Roma ein. Gemeinsam mit dem Roma Forum of Serbia (FRS) hat SODI seit 2017 drei Gemeindezentren in serbischen Städten eröffnet, in denen – viel mehr als erwartet – 2000 Menschen psychologische und juristische Beratungen in Anspruch genommen haben. Durch Nachhilfeunterricht für Schüler*innen konnte vielen Kindern der Weg zu einer angemessenen Bildung ermöglicht werden. Somit wurde der Weg aus der Armut und Segregation errichtet.

Kampagnen in Deutschland für den Perspektivwechsel

Auch in Deutschland müssen Perspektiven aufgebrochen werden. SODI engagiert sich mit Bildungs- und Kampagnenarbeit gegen ein eurozentristisches Weltbild und einseitige Ansichten. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen kommunizieren wir vielfältige Perspektiven, indem wir lokale Lösungsansätze für globale Herausforderungen erarbeiten. 2017 lag der Schwerpunkt hierbei auf den Rechten der Roma in Europa und ihrer prekären Lebenssituation, geprägt von täglicher Diskriminierung.
Mit Draufsicht wurden unterschiedliche Ansichten diskutiert und die Perspektiven marginalisierter Menschen sichtbar gemacht. Draufsicht Global bringt seit 2017 Teams aus Berlin/Deutschland und Bamenda/Kamerun zusammen, um globale Herausforderungen der SDGs interkulturell, lokal zu beleuchten.

Solidarisch Zukunft machen

70 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist der Traum gleicher Rechte für alle noch nicht vollständig gelebt. Noch heute haben in kaum einem Land wirklich alle Menschen gleiche Rechte und Möglichkeiten – noch immer werden Menschen wegen ihrer Sexualität, ihrer ethnischen Herkunft, aufgrund ihrer Behinderung oder wegen anderer Merkmale unterdrückt, marginalisiert, in Armut gedrängt. Sind Menschenrechte also Utopie? – Ja! Aber: Utopie ist auch realisierbar.

Darum machen wir solidarisch Zukunft! Für SODIs Arbeit 2018 heißt das konkret, unsere Projektarbeit auch mit neuen Projekten zu erweitern. In den Blick nehmen wir dabei auch Konfliktregionen. Der Bau eines Dokumentationszentrums in Mali soll jungen Menschen eine nachhaltige Ausbildung und Arbeitsplätze ermöglichen, in denen sie wertvolle Kulturgüter konservieren und archivieren. In der DR Kongo, in Süd-Kivu, wird die Wasserversorgung für die Bevölkerung und ihren Anbau von fairem Kaffee verbessert. Im Irak werden wir weiterhin das Mosul General Hospital unterstützen.

Des Weiteren möchte SODI im Rahmen einer Kampagne mit mehreren öffentlichen Veranstaltungen auf die Schuldensituation und die herausfolgende Handlungsunfähigkeit vieler Staaten des sogenannten Globalen Südens aufmerksam machen. Mit Ver¬treter*innen unserer Partnerorganisationen schauen wir auf die ungleichen Machtver¬hältnisse zwischen Gebern und Nehmern und auf die Folgen einer hohen Staatsver¬schuldung, vor allem für Minderheitengrup¬pen und von Armut betroffene Menschen vor Ort in Mosambik, Nepal, Serbien und Kamerun. Mit einer Summer School plant das Team von Draufsicht Global eine internationale Zusammenarbeit zum Thema SDGs, Nachhaltigkeit und Ungleichheit. Dies wird auch ein erster Schritt für ein serbisches Draufsichtteam sein.


2018 wird spannend! Seien Sie Teil unserer Solidaritätsgemeinschaft. Nur gemeinsam machen wir eine solidarische Zukunft!


Lesen Sie jetzt den Jahres-Report 2017.