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18.09.2018

Multimedia-Projekt HISTORY OF FOOD fördert gerechtere Bildungsarbeit

Globale Produktionsverhältnisse im Bereich Nahrung und Lebensmittel werden häufig als geschichtslos dargestellt. In deutschen Schulbüchern und beliebten Online-Nachschlagwerken wie Wikipedia wird die globale Geschichte von Pflanzen aus einer Perspektive erzählt – der europäischen. SODI möchte mit dem multimedialen Bildungsprojekt HISTORY OF FOOD einen Beitrag dazu leisten, dass entwicklungspolitische Bildungsarbeit marginalisierte Perspektiven einbezieht und Bildung dadurch gerechter gestaltet wird.

Schriftzug History of Food ist rot. Untertitel sagt: Unsere Nachrung und ihre globalen Wurzeln. Daneben ist gekreuztes Besteck abgebildet.

Logo History of Food © SODI

Mit interaktiver Website, Wanderausstellung, Bildungsmaterial und Workshops geht SODI den Fragen nach, wie Mais, Reis, Weizen und Co. nach Europa gekommen sind. Unter dem Aufhänger „Geschichte prägt die Gegenwart“ und der Fragestellung „Wer schreibt eigentlich Geschichte?“ diskutiert das Projekt am Beispiel unserer täglichen Nahrung, z. B. Brot, vor allem Kolonialismus und postkoloniale Kontinuitäten. Kolonialismus ist kein abgeschlossener Prozess. Er setzt sich noch heute in gewisser Weise fort, z. B. in Ressourcenausbeutung von Nutzpflanzen und Land oder in der Ausbeutung von Menschen und Arbeitskraft im Pflanzenanbau und der Nahrungsproduktion in Ländern des „Globalen Südens“. Viele Aspekte und Geschichten von Menschen in diesem Zusammenhang sind im Berliner, deutschen und europäischen Kontext aber schwer zugänglich, verschüttet, marginalisiert. HISTORY OF FOOD leistet einen Beitrag dies zu verändern und die Perspektiven zu erweitern.

Wanderausstellung, interaktive Website und Workshops zeigen Beispiele verdrängter Perspektiven und Geschichten wie lokale Küchen, die erste Selbstbefreiung versklavter Menschen, den lateinamerikanischen Mais-Kult oder auch Held*innen des Widerstands gegen Kolonialisierung oder Versklavung. Es richtet sich v.a. an Lehrende an verschiedenen Lernorten wie Schule, Bibliothek, Jugendclub, Kieztreff und Lernende wie Schüler*innen, Besucher*innen, Online-User*innen.

Die Wanderausstellung kann ab Oktober gebucht werden. SODI begleitet die Ausstellung gerne mit Workshops und stellt begleitendes Bildungsmaterial zur Verfügung. Zur Buchung und mit Fragen, z. B. zum Einsatz des Bildungsmaterials, wenden Sie sich an Ettina Zach, Programm-Managerin Bildungsarbeit bei SODI, e.zach[at]sodi.de.

Informationen zur Ausstellung

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