Langzeitfolgen des Giftes Agent OrangeNoch heute zeigt das Gift Agent Orange, das vor über 30 Jahren im Vietnamkrieg von der US-Airforce versprüht wurde, in weiten Teilen Vietnams massive Auswirkungen auf Mensch und Natur.
Dioxine sind nur schwer biologisch abbaubar, daher sind die TCDD-Werte bei Mensch und Umwelt noch heute extrem erhöht. TCDD, jener Stoff, der Agent Orange derart giftig macht, ist der schädlichste aller künstlich erzeugten Stoffe und das gefährlichste der Dioxine. Eine Messerspitze TCDD würde genügen, um 350 Menschen zu töten.
Im Jahr 2007 konnten bei Bluttests an Menschen aus der Region Da Nang, Vietnam, TCDD-Werte von bis zu 1150 ppt im Blutfett festgestellt werden (ppt steht für parts per trillion; 1 ppt meint 1 Teil pro Billion und entspricht 1 ng/kg; der Durchschnittseuropäer hat 20 ppt im Blut). Der höchste gemessene Dioxin-Vergiftungsgrad des Bodens lag bei 365.000 ppt. Der Grenzwert, bei dem ein Gebiet abgesperrt und umfassende Gesundheitsanalysen gemacht werden müssten, liegt bei 1000 ppt.
Somit ist die Umwelt in weiten Teilen Vietnams langzeitig geschädigt, Böden sind kontaminiert, die Nahrungskette ist langzeitig verseucht.
Bereits kleinste Mengen Dioxin beeinflussen den Zellstoffwechsel und die Zellteilung. Das Erbgut wird und ist langzeitig geschädigt. Die Chromosomen der Keimzellen sind betroffen, Frühgeburten und Fehlgeburten treten noch heute auf. Krebs, Missbildungen, Immundefekte, Unfruchtbarkeit und vor allem Erbgutveränderungen gelten als Spätfolgen der Einwirkung des Toxins. Noch drei Generationen nach den Agent Orange Einsätzen werden vermehrt Kinder mit schweren Missbildungen, körperlichen und geistigen Schäden geboren.
Unterschiedlichste Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen können auf eine Kontaminierung mit Agent Orange zurückgeführt werden: Krebserkrankungen, Chlorakne, Schwächung des Nerven- und des Immunsystems, Leberstörungen, Herz- und Gefäßerkrankungen, Störungen des Urogenitaltrakts, neurologische und psychische Störungen.