"Deine Stimme gegen Armut" ist die deutsche Plattform des „Global Call to Action Against Poverty“, eine internationale Kampagne, die sich mittlerweile in 82 Ländern für ein Ende der Armut einsetzt.
Akteure
Die Initiative „Deine Stimme gegen Armut“ ist eine gemeinsame Aktion von VENRO und dem Künstler Herbert Grönemeyer sowie befreundeten Fachleuten aus der PR- und Medienbranche. Sie fordern von der Bundesregierung mehr Einsatz bei der Verwirklichung der beschlossenen Millenniums-Entwicklungs-ziele. Dem Verband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (VENRO) gehören ca. 100 deutsche NRO an, darunter SODI.
Entwicklungspolitischer Hintergrund
Im September 2000 verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Millenniumserklärung. Sie beinhaltet konkrete Vorgaben für die Themenfelder Entwicklung, Handel und Umwelt. Präzisiert auf acht Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Develpment Goals) sind sie zu einem zentralen Referenzrahmen der nationalen und internationalen Entwicklungspolitik geworden. Dem zur Folge hat sich auch die Entwicklungspolitik der Bundesregierung darauf ausgerichtet.
Diese acht MDGs sollen bis zum Jahre 2015 realisiert werden. Das vorrangige Ziel ist die Halbierung des Anteils der Menschen, die in „extremer Armut“, d.h. von weniger als einem Dollar am Tag leben.
Die Realisierung der MDGs hängt jedoch vom politischen Willen und der Bereitschaft zu raschem Handeln der Regierungen, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaften ab.
Seit der Verabschiedung der Millenniumserklärung sind sechs Jahre vergangen, aber viele Regierungen in den Entwicklungsländern und den Industrienationen haben die notwendigen Aufgaben nicht erfüllt.
In den Entwicklungsländern wurden noch immer keine armutsorientierten Reformen eingeführt. Auch der Aufbau geeigneter Verwaltungsstrukturen sowie eine verantwortungsvolle und transparente Regierungsführung wurden bis dato nicht realisiert. Die Industrieländer kamen weder ihren strukturellen noch ihren finanziellen Verpflichtungen nach, sodass die dringend notwendigen Rahmenbedingungen zur Verwirklichung der MDGs nicht vorhanden sind.
Das Defizit der deutschen Regierungsbeteiligung liegt darin, dass weder ihre Entwicklungspolitik noch ihre Wirtschafts-, Finanz- und Handelspolitik konsequent auf die Bekämpfung der Armut und die Verwirklichung der Millenniumsziele ausgerichtet hat.
Die Ziele der Kampagne
1. mehr und bessere Entwicklungszusammenarbeit
2. gerechter Welthandel
3. umfassender Schuldnererlass für arme Länder
4. gute Regierungsführung
Diese vier aufgeführten Aspekte bilden die Grundlage für den Erfolg der Entwicklungshilfe. Erst wenn die Industrienationen ihren Verpflichtungen gegenüber den armen Ländern erfüllt haben, sind diese in der Lage, durch eine transparente Regierungsführung, einem effektiven Umgang mit Ressourcen den Kampf gegen die Armut zu gewinnen.




