Facing Finance

Die Kampagne Facing Finance – Finanzmärkte im Visier identifiziert weltweit Unternehmen, die von Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen, Umweltzerstörung, Korruption und der Herstellung völkerrechtswidriger Waffen (Landminen und Streumunition) profitieren und dadurch international anerkannte Normen und Standards dauerhaft massiv verletzen. Facing Finance fordert Investoren auf, zukünftig nicht mehr in diese Unternehmen zu investieren. Die Kampagne wird als EU-Projekt realisiert.

„Tödlicher Profit“

Die im Dezember 2010 von Facing Finance und urgewald e.V. veröffentlichte Studie „Tödlicher Profit“ zeigt auf, dass deutsche Banken und Versicherer noch immer massiv in die Herstellung völkerrechtswidriger Waffen investieren. Die Kampagne Facing Finance sensibilisiert Investoren für das Thema und fordert sie auf, gegen internationale Standards verstoßende Unternehmen zukünftig nicht mehr zu unterstützen und Menschen- und Arbeitsrechte sowie Umwelt- und Korruptionsstandards zu respektieren.

Millenniumentwicklungsziele

Mit der Kampagne soll ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Millenniumentwicklungsziele (MDGs) geleistet werden. Dabei sollen Armut und Hunger verringert, Umweltschutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen gewährleistet und eine weltweite Partnerschaft im Dienst der Entwicklung aufgebaut werden.

Die Wechselbeziehung zwischen Investitionen, Firmenaktivitäten und dem Erreichen der MDGs gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dadurch spielt auch die Unterstützung der Investoren für internationale Standards eine wichtige Rolle für die Bekämpfung von Hunger und Armut im Rahmen der MDGs.

Internationale Standards etablieren

Bei der Errichtung internationaler Standards muss besonders der Bankensektor Beachtung finden, da er, sowohl öffentlich als auch privat, eine Schlüsselrolle in vielen Bereichen menschlicher Handlungen spielt und Unternehmensentscheidungen entweder fördern oder behindern kann.

Facing Finance arbeitet daher auf eine besser informierte und involvierte Öffentlichkeit sowie eine aktive Zivilgesellschaft hin.

Anhand der durch das EU-geförderte Projekt erarbeiteten Informationen werden institutionelle, öffentliche und private Geldgeber veranlasst, bei ihrer Investitionsentscheidung auf die Einhaltung internationaler Standards zu achten, welche ethische, soziale sowie nachhaltige Aspekte einbeziehen.

Facing Finance will einen Anstoß geben, entsprechende Standards im Finanzsektor zu verankern und deren Etablierung kritisch zu begleiten. Letztlich sollen jegliche Finanzgeschäfte, wie etwa Aktienkäufe, Ausgabe von Anleihen und Vergabe von Krediten, mit Unternehmen, welche die Vorgaben nicht erfüllen, eingestellt werden.

Finanzinstitutionen sensibilisieren

Eine wichtige Rolle bei der Etablierung neuer Standards kommt den Finanzinstitutionen zu. Diese sind dringend aufgefordert, ihre Investitionsentscheidungen zugunsten ethischer Kriterien umzustrukturieren und dabei Umwelt- und Entwicklungsproblematiken einzubeziehen.

Im Rahmen vom Facing Finance werden anhand jährlicher Veröffentlichungen die neusten Forschungsergebnisse verbreitet und in Expertentreffen diskutiert. Die Abhängigkeit zwischen Investitionen und Erreichen der MDGs wird dabei besondere Beachtung finden. Durch einen Erfahrungsaustausch zwischen den Beteiligten können dann Entwicklungs- und Umweltfragen in die Investitionskriterien, -standards und -regulierungen integriert werden.

Ein offener Dialog mit Investoren, Finanzdienstleistern, Finanzberatern und entsprechenden Dachverbänden soll helfen, die Akzeptanz von verbindlichen Richtlinien zu erhöhen.

Politische Entscheidungsträger aufrufen

Auch die politischen Entscheidungsträger sind von großer Bedeutung bei der Erreichung der MDGs. Sie sollen durch die Kampagne angeregt werden, den nötigen rechtlichen Rahmen für Investoren zu schaffen und Anreize für Investitionen in nachhaltige Projekte zu bieten.

Es soll ein Konsortium etabliert werden, welches Synergieeffekte identifiziert und nutzt sowie den Ausbau einer internationalen Verfahrensrichtlinie fördert. Dazu werden Kooperationen mit anderen, bereits existierenden Netzwerken und zivilen Vereinigungen beitragen.

Allgemeine Öffentlichkeit informieren

Eine besondere Aufgabe kommt der allgemeinen Öffentlichkeit und im Speziellen den Stakeholdern zu. Dies sind Betroffene, Interessenten und Anspruchsgruppen, also alle, die ein Interesse an den wirtschaftlichen Aktivitäten einer Institution haben. Im Falle einer Finanzinstitution handelt es sich folglich um Angestellte, Kunden, Kreditgeber und andere Finanzinstitutionen, sowie die Gesellschaft und Umwelt im Allgemeinen.

Da die Stakeholder einen großen Einfluss auf Investitionsentscheidungen nehmen können, sollen sie sich der Bedeutung dieser bewusst werden und sich aktiv an der Umgestaltung finanzieller Institutionen im Rahmen ethischer Richtlinien beteiligen.

Facing Finance wird mit öffentlichen Aktionen für eine breite Unterstützung seiner Ziele werben. Zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit werden kreative Kampagnen, Bildungsveranstaltungen, Workshops, Seminare und Aktivitäten zum Globalen Lernen beitragen.  

 

Facing Finance betrachtet freiwillige Selbstverpflichtungen als nicht ausreichend.

Um ein Höchstmaß an Verbindlichkeit zu schaffen, wird sich das Bündnis für gesetzlich verankerte Investitionsverbote einsetzen. Dabei wird die Kooperation mit weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen bzw. schon existierenden Netzwerken gesucht.  

 

Zur Durchführung dieses Projektes muss SODI einen Spendenanteil von 2.000 Euro erbringen, deshalb bitten wir Sie um Ihre Unterstützung!

Laufzeit

10.05.2011 bis 09.05.2014

Kosten

1.163.950 €

Finanzierung

Fördermittel: 1.161.950 € (EU, Kofinanzierung/Drittmitteln) 

Spenden: 2.000 €

Region

Europa

Partner

urgewald e.V. (Deutschland), EarthLink e.V. (Deutschland), Netwerk Vlaanderen (Belgien), CentrumCSR.PL (Polen), JA! Justicia Ambiental (Mosambik), UNICEF Deutschland, Brot für die Welt (Deutschland)