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Die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) der Vereinten Nationen wollen die globale Armut nachhaltig bekämpfen. Doch die Zielvorgaben werden nur ungenügend umgesetzt und sind wenig bekannt. Die Finanzierung und Zielerreichung der MDGs ist besonders durch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise gefährdet. SODI fordert gemeinsam mit anderen Organisationen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zur Finanzierung der Armutsbekämpfung.

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Förderung:
BMZ
Evangelischer Entwicklungsdienst (EED)
Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ)
Projektregion: Berlin, Deutschland
Partner: glokal - globalisierung und politisches handeln lernen e.V.
Die Weltgemeinschaft ist eine Verpflichtung zur globalen Partnerschaft eingegangen. Aus der Millenniumserklärung des Jahres 2000 gingen die Millenniumsentwicklungsziele hervor. Die MDGs sollen die globale Partnerschaft verbindlich machen und beinhalten konkrete Zielvorgaben zur globalen Armutsbekämpfung.
Besonders die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise, die Rohstoff- und Nahrungsmittelkrise des vergangenen Jahres, der Klimawandel erschweren die Erreichung der MDGs. Ebenso sind die Zielvorgaben in der Bevölkerung wenig bekannt. Laut einer Umfrage der EU-Kommission aus dem Jahr 2007 in allen Mitgliedsländern hatte bloß ein Fünftel der Befragten zuvor bereits von den MDGs gehört. In Deutschland gaben 19% an, bereits von den MDGs gehört zu haben. 4% gaben an, dass sie auch wüssten, was damit gemeint sei.
Möglichst viele Menschen müssen über die globale Armut- und Hungersituation, über globale Problemlagen und Lösungsansätze informiert sein. Möglichst Viele müssen Möglichkeiten des solidarischen Handelns kennen, um verantwortungsvoll in der "Einen Welt" zu handeln.
Das erste der MDGs definiert das Ziel weltweit den Hunger zu reduzieren. Dennoch leiden aktuell laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (Food and Agriculture Organization, FAO) geschätzte eine Milliarde Menschen weltweit Hunger. Der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit zeigt sich hierbei deutlich. Wirtschaftsliberale Konzepte, die die Förderung von Export, den Abbau von Handelsschranken, die Verbreitung von Gentechnik fordern und fördern, scheitern. Das Problem des Hungers braucht nicht nur eine technische sondern auch eine politische Lösung. Die weltweite Kleinbauern- und Landarbeiterbewegung La Via Campesina hat das Konzept Ernährungssouveränität entwickelt. Die Rechte der KleinproduzentInnen, der Kleinbäuerinnen und -bauern, sollen dadurch gestärkt werden. Ein Zugang zu den notwendigen Ressourcen wie Land, Wasser und Saatgut muss gesichert sein. Nahrung soll regional produziert und für regionale Märkte statt für den Export in Industrieländer produziert werden. Staaten sollen das Recht haben sich gegen subventionierte Lebensmittelimporte zur Wehr zu setzen. Gentechnische Manipulation von Pflanzen wird abgelehnt, nachhaltige Landwirtschaft vorgezogen. Die Macht von Saatgutkonzernen soll beschnitten werden. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum und nicht die Interessen der Märkte und der Konzerne.
Ein breites Bündnis verschiedener Organisationen - darunter SODI - fordert eine Besteuerung spekulationsrelevanter Finanztransaktionen. Diese Steuer kann zu mehr Stabilität auf den Finanzmärkten beitragen und zur Finanzierung globaler Armutsbekämpfung verwendet werden. Die Kampagne wird bisher von über 50 unterschiedlichen Nichtregierungsorganisationen und 25 Einzelpersonen unterstützt. Auch Sie können Sich Gehör verschaffen: Schicken Sie an die Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien eine Protestmail! Diese können Sie vorformuliert verschicken oder nach Ihren Wünschen verändern.
Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie HIER
SODI informiert über internationale Zusammenhänge, über Globalisierung und Ernährungssouveränität. SODI regt in unterschiedlichen Maßnahmen an, sich zu beteiligen, aktiv zu werden und Globalisierung mitzugestalten.
Workshops für junge Erwachsene zur Weiterbildung zum/r Multiplikator/in
Hast Du Dich auch schon gefragt, wie Du ein bisschen Gerechtigkeit in den globalen Welthandel bringen kannst? Warum Kaffee-Bauern sich Kooperativen anschließen und für gerechte Entlohnung und Arbeitsbedingungen kämpfen müssen? Wenn alle fünf Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, fragst Du Dich, warum nicht alle was dagegen tun? Ja? Dann bist Du bei unseren Workshops genau richtig. Nein? Dann solltest Du erst recht kommen!
Ob Straßentheater oder Flash-Mobs, Info-Vorträge oder Diskussionen... es gibt viele Möglichkeiten sich zu engagieren.
Wir bieten Wochenendworkshops an, in denen Du erfährst, was es mit Globalisierung auf sich hat, in welchem Verhältnis Industrieländer zu Entwicklungsländern stehen. Ganz besonders wollen wir uns mit Ernährungssouveränität und den MDGs auseinander setzen. Wir berichten aus unserer Arbeit und zeigen Beispiele unserer Partnerorganisationen. Du erfährst, was Du tun kannst, um eine andere Welt zu entwickeln, und wie Du Dich für eine gerechte und menschliche Globalisierung einsetzen kannst.
Am Ende bist Du ein Entwickler! Wir bilden Dich weiter, damit Du Deinen Freunden und Bekannten an der Schule, an der Uni, auf Workcamps oder im Jugendclub zeigen kannst, was Entwicklungspolitik mit ihnen zu tun hat. Du erhältst von uns ein Epo-Kit, das Dir mit Texten, Materialien, Hinweisen und Aktionsvorschlägen dabei behilflich ist.
Termine der Wochenendseminare:
17. bis 19. September 2010 (Anmeldung bis zum 03. September 2010)
Ort: Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein, Freienwalder Allee 8-10, 16356 Werftpfuhl
Teilnahmebeitrag: 20 Euro
Melde Dich über e.zach[at]sodi.de zu einem unserer Workshops an!
„Worüber nicht berichtet wird, das findet nicht statt“
Ein kritischer Blick in die Presselandschaft, Rundfunk und Fernsehen zeigt, dass in den Mainstream- und Populär-Medien zu weltweiter Hungerbekämpfung keineswegs große Meinungsvielfalt herrscht. Die Presse konzentriert sich auf die „großen“ politischen Akteure und die institutionelle Politik. Kleine Nichtregierungsorganisationen und alternativen Themen werden wenig wahrgenommen. Rezipienten wie Du und ich werden jedoch oft erst über die Medien auf wichtige Themen aufmerksam.
Lust Dich zu engagieren?
Wir wollen gemeinsam mit Dir unsere eigenen Medien machen und entwicklungspolitische Themen in die Öffentlichkeit bringen! In Werkstudios des ALEX Offener Kanal Berlin wirst Du zur/m „ALEX-Produzentin/en“ weitergebildet. Du erhältst das nötige Know-How um TV-Beiträge und Sendungen zu produzieren. In einer regelmäßigen TV-Werkstatt werden wir uns mit der Welthungersituation, Ernährungssouveränität und den Millenniumsentwicklungszielen beschäftigen und gemeinsam kurze TV-Beiträge produzieren. Am Ende werden die produzierten TV-Beiträge im ALEX Offener Kanal Berlin ausgestrahlt, in der Mediathek, auf den Seiten von SODI und diversen Online-Plattformen zugänglich sein.
Wann, wo und wie?
Aktuelle Infos auf entwickler-netz.de
Die TV-Werkstatt ist für neue Mitglieder offen. Sie richtet sich an junge Erwachsene. Die Teilnahme ist kostenlos und wird mit einem Zertifikat bestätigt.
Informationen und Anmeldung unter: e.zach[at]sodi.de
Die Projektwerkstatt ist ein offener Zusammenhang engagierter Personen. Sie bietet den Raum auf regelmäßiger Basis gemeinsam Texte, TV-Beiträge, Homepages zu entwicklungspolitischen Themen zu diskutieren. Ebenso entwickelt die Projektwerkstatt Ideen für Aktionen im öffentlichen Raum und führt diese gemeinsam durch.
Nächster Termin: wird hier veröffentlicht
Junge KünstlerInnen, Studierende und Auszubildende (Grafikdesign, Visuelle Kommunikation, Informationsdesign, Mediengestaltung etc.) können sich an einem künstlerischen Wettbewerb beteiligen. Zum Titel "Hunger nach Solidarität" gestalten sie Plakate, die die Hungersituation auf der Welt, Solidarität und das Leben in einer entsolidarisierten Gesellschaft grafisch darstellen. Die Plakate werden in einer Ausstellung präsentiert und in einem Ausstellungskatalog dokumentiert. Zwei ausgewählte Plakate hängen im Sommer als Plakatkampagne großflächig im Raum Berlin.
Mit ausgewählten Filmen bringt SODI entwicklungspolitische Inhalte in die Öffentlichkeit. Bei freiem Eintritt können sich Interessierte über globale Nahrungsmittelproduktion, das herrschende Wirtschaftssystem, Auswirkungen auf den globalen Süden und Norden informieren und darüber diskutieren.