Nastjas Geschichte

Nastja Moltschanowa bei einem Fotoshooting in Deutschland. © Oliver Voigt
Nastja Moltschanowa bei einem Fotoshooting in Deutschland. © Oliver Voigt

Wir begleiten die Jugendliche nun bereits zwölf Jahre auf ihrem Weg zur selbstständigen Frau. Als 5000stes Kurkind des SODI-Programms für strahlengeschädigte Kinder in Belarus lernten wir die damals sechsjährige Nastja 2005 kennen.

Kindheit: Eine Stadt solidarisiert sich mit einem kleinen Mädchen

Ihre alleinerziehende Mutter wandte sich an SODI. „Nastjenka ist ein lebensfrohes und liebevolles Kind. Doch die Umstände haben sie in die Isolation gezwungen. Sie ist zu groß zum Tragen und ohne Rollstuhl kann ich sie nicht in den Kindergarten bringen. Ich bitte Sie inständig darum, dazu beizutragen, dass mein Kind eine neue, moderne Prothese erhält“, schrieb Natalja Moltschanowa. Die unbewegliche Prothese des kleinen Mädchens wog knappe 8 Kilogramm! Christa Dannehl, Mitglied der SODI-Ortsgruppe Schwedt, organisierte von da an jedes Jahr einen Aufenthalt des Mädchens und ihrer Großmutter Ljudmila in Schwedt. Hier waren die richtigen Voraussetzungen, um eine bewegliche Prothese anzufertigen, die ihr ein weitgehend normales Leben ermöglichte. Jährlich verbrachte das belarussische Mädchen nun ihre Sommerferien im brandenburgischen Schwedt bei Familie Dannehl, die mit der Zeit auch ihre Familie wurde.
Nun ist aus dem jungen Mädchen eine erwachsene Frau geworden, deren Beinprothese nicht mehr jährlich angepasst werden muss. Erst wieder 2018 muss eine neue Prothese angefertigt werden. „Es war sehr schön zu sehen, wie die Unterstützung von Jahr zu Jahr stieg“, bedankte sich die Großmutter bei allen Schwedter Firmen und Unterstützer*innen. Mit Freude sah und sieht sie ihre Enkelin über die Jahre aufwachsen: „Nastja hat durch die moderne Prothese wie jedes andere Kind gelernt Fahrrad zu fahren, zu schwimmen, zu klettern, Fußball und Volleyball zu spielen."

Sport und Informatik: Zwei Träume werden wahr

Heute ist Nastja Moltschanowa 17 Jahre alt und lebt in der belarussischen Stadt Witebsk im Norden des Landes. Sie ist sportbegeistert und eine sehr gute Schülerin. Dieses Jahr konnte sie während ihres Aufenthalts in Schwedt zum zweiten Mal für eine Woche ins Jugendcamp für Bein – und Armamputierte nach Hannover fahren. Ihr größtes Highlight war natürlich wieder das Ausprobieren einer Sportprothese, mit der sie im Camp rennen und verschiedenen Sportarten ausprobieren konnte. Rennen, Schwimmen, Reiten und Para-Taekwondo konnte sie so in Deutschland lernen.

Im Februar 2017 konnte SODI mit einer tollen online-Spendenaktion und den vielen Spender*innen von der Oder Nastjas Traum erfüllen. Mitte Februar wurde sie zu Hause mit ihrer eigenen Sportprothese überrascht.

Ein halbes Jahr später hat Nastja immer noch Spaß an der Sportprothese. Die Einser-Schülerin und erfolgreiche Mathe-Olympionikin hat ihr Abitur mit eins abgeschlossen und studiert nun seit 1. September 2017 an der Staatlichen Universität für Informatik und Radioelektronik in Minsk. Auch im Studium möchte Nastja noch mehr Sportarten ausprobieren und ihre Gesundheit stabilisieren. Denn Sport ist auch eine gute Therapie für die durch die Strahlenbelastung angegriffene Gesundheit.

Wir freuen uns für die starke junge Frau und wünschen ihr viel Erfolg in ihrem Studium.

Im nächsten Jahr wird Nastja ihre letzte Solidaritäts-Prothese erhalten. Da die junge Frau nun erwachsen ist, soll diese Prothese die ganze Studienzeit funktionieren. Für jene Prothese benötigen die SODI-Ortsgruppen 20.000 Euro und freuen sich deshalb über jede solidarische Spende.

  • Nastja im Sanitätshaus Fuchs in Schwedt.
  • Die Reitstunde bringt viel Spaß.
  • Nastja mit Aktiven der Ortsgruppe Schwedt.
  • Erste Gelegenheiten, einen Sportfuß auszuprobieren.
  • Nastja kann endlich Fahrrad fahren lernen (2008). © SODI
  • Junge Frau mit Abiturballkleid.