• Gärtnern in Südafrika © SODI
  • Kaffeeanbau in der DR Kongo © SODI
  • Transport von Nahrung © SODI
  • Kreative Ausstellung zum Mitmachen © SODI

„Was der Bauer nicht kennt…“

Äpfel kommen aus Europa – oder? Das multimediale Bildungsprojekt „Was der Bauer nicht kennt…“ erforscht und diskutiert die „präkoloniale“, koloniale und postkoloniale Nutzung von Nahrungsmitteln und ihre Geschichte. Wie kam der Apfel von Asien nach Europa? Auch aktuelle Auswirkungen und besonders die Perspektiven „Kolonisierter“ sind entscheidend. Das Projekt möchte mit jungen Menschen über mediale Inhalte ins Gespräch kommen und auch gemeinsam jene entwickeln.

Ernährung globalgeschichtlich beleuchten

Ernährung betrifft und verbindet uns alle weltweit. In der Auseinandersetzung mit aktuellen problematischen Verhältnissen bei der Nahrungsproduktion oder dem Konsum finden historisch gewachsene Strukturen und globalgeschichtliche Zusammenhänge oft keine Berücksichtigung. „Wir wollen nach vorn blicken“ ist ein Satz, der oft fällt. Hier setzt das Projekt an und greift andere Perspektiven auf.

Gemeinsam mit der Agentur für Bildung - Geschichte, Politik und Medien e.V. möchte SODI neben Multiplikator*innen und Referent*innen ebenfalls möglichst viele junge Menschen aus verschiedenen Zusammenhängen erreichen – auch die bislang entwicklungspolitisch Unbedarften. Das Projekt arbeitet daher verstärkt mit digitalen und Online-Inhalten, um Themen im medialen Alltag zu verankern und an die Medienbegeisterung anzuknüpfen. Webinare, Videos und digitale Touren setzen die Themen informativ und ansprechend um.

Was wird hinterfragt?

Tag-Cloud © SODI, 2017

Weniger (re)präsentierte Geschichten von ausgewählten Nutzpflanzen und -tieren werden in globalen Zusammenhängen und der Kolonialgeschichte vermittelt, diskutiert und reflektiert. Auch aktuelle problematische Verhältnisse im Lebensmittelbereich und die heutige Lebensrealität werden verknüpft. Neben der Reflektion historisch gewachsener Strukturen aus verschiedenen Perspektiven ermutigt das Projekt zu eigenen Positionen und möglichen Lösungsansätzen. Wie war es der sogenannten Zuckerpartei möglich, die Menschenrechte in kolonisierten Gebieten auszusetzen und mit welchen Konsequenzen? Warum importiert laut Vereinte Nationen der afrikanische Kontinent ein Viertel seiner benötigten Nahrungsmittel? Diese und andere interessante Themen werden behandelt.

Digital und kreativ über Themen aufklären

Draufsicht-Team © SODI, 2017

Digitale Touren und Geschichten werden gemeinsam mit jungen Menschen multimedial erstellt und präsentieren die Globalgeschichte bestimmter Nahrungsmittel. Mit Unterstützung des ehrenamtlichen Teams von „Draufsicht“ führen die Teilnehmenden Interviews mit verschiedensten Expert*innen und bereiten diese in Videos auf. Eine interaktive Website bündelt und präsentiert alle erarbeiteten Inhalte und enthält Vorschläge bzw. Module für die Bildungsarbeit von Referent*innen und Pädagog*innen. Neben der Draufsicht-Redaktion unterstützt die Theatergruppe „Spielwut-Spielmacht“ das Projekt mit kreativem Input. Eine Multimedia-Ausstellung und verschiedene Workshops regen Schüler*innen und Jugendgruppen mit medienpädagogischen Methoden an, eigene Positionen zu finden und Handlungsoptionen zu diskutieren, die einen kleinen Beitrag dazu leisten, eine zukunftsfähige und gerechte Gesellschaft zu schaffen.

Durch internationale Webinare mit Ländern wie Mexiko, Kamerun oder den USA werden Themen wie Landraub oder multinationale Konzernmacht aus der postkolonialen Perspektive beleuchtet. Gemeinsam wird über die Kolonialgeschichte aus den verschiedenen Perspektiven diskutiert und Erfahrungen geteilt.

SODI untermauert die Bildungsarbeit des Projektes durch einen umfangreichen Recherchebericht zu ausgewählten Nahrungsmitteln. „Unser Bericht behandelt Themen, wie sich z.B. Verwendung, Stellenwert, Verbreitung und Handel von Pflanzen und Tieren durch die europäische Einflussnahme veränderten und beleuchten Perspektiven Kolonisierter“, erklärt Ettina Zach, Programm-Managerin Bildungsarbeit bei SODI.

Das erste Webinar „Kolonialismus im Unterricht“ bot im Rahmen des Projekts einen Einstieg in die rassismuskritische Unterrichtsgestaltung anhand des Themas deutsche Kolonialgeschichte.  Weitere Materialien finden Sie hier.

 

Globales Lernen

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DZI-Spendensiegel

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Das Projekt wird finanziell unterstützt durch das LEZ, SNSB aus Mitteln des BMZ, EG aus Mitteln des BMZ, Rosa Luxemburg Stiftung sowie durch private Spenden.

Kontakt

Ettina Zach

Tel.: +49 (0) 30 920 90 93 - 18 | E-Mail: e.zach@sodi.de