Helden für Entwicklung in Laos und Vietnam

Einer der Schwerpunkte von SODIs Arbeit ist die humanitäre Kampfmittelräumung in Verbindung mit Entwicklungsprojekten. Regelmäßig berichten wir über diese Projekte in Laos und Vietnam. Dabei kommen jedoch oft die Menschen zu kurz, die die Arbeit erst ermöglichen: die Bomben-Räumerinnen und -Räumer. Sie sind für uns die wahren Helden! Die „Helden für Entwicklung“ befreien systematisch Dörfer, Felder und Wege von Landminen und Streumunition und machen so die geräumten Flächen wieder nutzbar. Wir blicken mit Hochachtung auf die Bomben-RäumerInnen, wenn sie von ihrer gefährlichen Arbeit berichten.

Wir möchten ihre Geschichten zukünftig mehr in den Mittelpunkt stellen, um Sie so am Leben dieser mutigen Menschen teilhaben zu lassen. Eine dieser Heldinnen ist Phimpha Phommanivan. Sie ist 19 Jahre alt und damit eine der jüngsten Bomben-Räumerinnen in einem der SODI-Flächenräumteams im laotischen Distrikt Khamkeut. Aufgewachsen ist Frau Phommanivan in der Hauptstadt Vientiane. Die Schule konnte sie nur bis zu ihrem 14. Lebensjahr besuchen. Danach musste sie ihren Eltern bei der Holzkohleproduktion helfen. Als Kind wusste sie nichts von Blindgängern. Doch von ihren Großeltern, die auf dem Land leben, hörte sie immer wieder traurige Geschichten über Unfälle in ihrem Dorf, die nicht selten tödlich ausgingen.

Blindgänger bedrohen das Leben der Menschen in Laos und Vietnam

Frau Phommanivan wünscht sich, dass die Menschen endlich verstehen, dass Bomben und Streumunition auch lange nach Ende eines Konfliktes bleiben und eine Gefahr für die Menschen, vor allem für Kinder, darstellen. In Vietnam sind noch immer 21 Prozent der Landesfläche, das ist in etwa vergleichbar mit der Größe Bayerns, mit Kriegsresten verseucht. Über Laos wurden mehr als zwei Millionen Tonnen Bomben abgeworfen, von denen etwa ein Drittel als explosive Blindgänger zurückblieb.  

Die Helden für Entwicklung

Seit Anfang 2012 arbeitet Phimpha Phommanivan als Bomben-Räumerin in einem der Flächenräumteams von SODI. Sie ist damit eine von 120 Heldinnen und Helden für Entwicklung in den laotischen Räumteams, die Tag für Tag gefährliche Kriegsreste beseitigen.

Die Helden für Entwicklung befreien systematisch Dörfer, Felder und Wege von Landminen und Streumunition und machen die geräumten Flächen wieder sicher nutzbar. In den vietnamesischen Provinzen Quang Tri und Thua Thien Hue befreiten die Helden für Entwicklung im Jahr 2011 Flächen in etwa der Größe von 466 Fußballfeldern von nicht explodierten Kampfmittelrückständen. Insgesamt wurden dabei 18.943 Blindgänger gefunden und vernichtet. In Laos wurden insgesamt Flächen so groß wie etwa 219 Fußballfelder geräumt und dabei 2.312 Blindgänger vernichtet.

Helden für Entwicklung Bombenräumerin Laos

Die Arbeit von SODI endet jedoch nicht nach der Räumung. Mit unserem integrierten Ansatz werden in den geräumten Gebieten und gemeinsam mit Partnern vor Ort Entwicklungsprojekte umgesetzt, die die Lebensumstände der Menschen verbessern. So wurde Anfang des Jahres im laotischen Distrikt Khamkeut, in dem Frau Phommanivan arbeitet, im Dorf Nadeua ein Wasserversorgungssystem für 116 Familien installiert. Zuvor gab es dort nur einen einzigen Brunnen, der lediglich in der Regenzeit Wasser führt. Im Nachbardorf Khouan Chanh wurde gerade eine Schule für die etwa 160 Schulkinder des Dorfes fertiggestellt. Im vietnamesischen Distrikt Hai Lang in der Provinz Quang Tri fördert SODI den Bau eines Gemeindegesundheitszentrums. Zwei Ärzte, vier Krankenschwestern und zwei Hebammen werden in dem neuen Gesundheitszentrum arbeiten und somit die Gesundheitsversorgung von vier umliegenden Gemeinden verbessern.  

All diese Entwicklungsprojekte wären ohne die Helden für Entwicklung nicht möglich. Erst durch sie sind die Flächen wieder gefahrlos nutzbar auf denen nun neue Dinge entstehen können. Frau Phommanivans Wünsche für die Zukunft sind bescheiden. Sie möchte irgendwann heiraten und eine kleine Familie gründen.  


Das Programm wird vom Auswärtigen Amt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert sowie durch Spenden finanziert.

 

Fotograf: © John Rodsted / SODI e. V.

 

 

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Weitere Informationen zum Integrierten Programm und zu den Entwicklungsprojekten der beiden Länder finden Sie hier:

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