In der mosambikanischen Provinz Gaza führt SODI gemeinsam mit seinem Partner ACOSADE ein Projekt zur Linderung der Folgen von HIV/AIDS durch. In dem halbjährigen Projekt soll die wirtschaftliche Situation der betroffenen Familien verbessert werden.
Wie andere Staaten im südlichen Afrika ist auch Mosambik von der HIV/AIDS-Pandemie betroffen. In der Literatur schwanken die Zahlen zwischen 11,5 und 16 Prozent. In der Provinz Gaza, wo das Projekt durchgeführt wird, sind laut United Nations Development Programme (UNDP) 21 Prozent der Bevölkerung mit HIV infiziert. Dies ist damit die am stärksten betroffene Region Mosambiks. Die Tatsache, dass ein verhältnismäßig großer Anteil der Bevölkerung HIV-positiv ist, hat direkte und indirekte Auswirkungen auf nahezu alle anderen Lebens- und Wirtschaftsbereiche. Andersherum tragen auch Unterernährung, schlechte Bildung und Armut indirekt zu einer erhöhten Anfälligkeit der Menschen gegenüber Krankheiten wie HIV/AIDS bei. Laut UNDP sind Personen, die von HIV/AIDS selbst oder in der familiären Umgebung betroffen sind, oft von Stigmatisierung und Ausgrenzung betroffen.
In dem gemeinsamen Projekt möchten SODI und sein Partner ACOSADE von HIV/AIDS betroffene Familien, (infected and affected households) unterstützen und die Folgen der Krankheit lindern. Es handelt sich dabei um Familien, von denen ein Angehöriger mit HIV/AIDS infiziert ist oder um Familien, die ein Kind aufgenommen haben, deren Eltern an AIDS starben. Die Auswahl der Begünstigten wird durch die Gemeinschaft mit Unterstützung der lokalen Autoritäten und Behörden (líderes communitarios régulos) und ACOSADE durchgeführt und orientiert sich an der Bedürftigkeit.
Unterstützung betroffener Familien
Im Rahmen des Projektes werden 300 Familien durch den Erwerb von sowohl Enten und Erpeln als auch Samen und Setzlingen in ihrer Versorgung mit Lebensmitteln unterstützt. Kurse vermitteln das notwendige landwirtschaftliche Wissen zur Haltung und Zucht der Tiere. Ferner erhalten 25 Frauen ein Ausbildungsseminar in der Verarbeitung von Maniok und Süßkartoffeln und es werden Diskussionsveranstaltungen über „Leben mit HIV/AIDS“ („Vida positiva“) durchgeführt. Die Veranstaltungen sind so ausgelegt, dass die Frauen das erlernte Wissen später an weitere Personen und Interessierte weitergeben können.
Das Projekt stärkt die ökonomische Situation der von HIV/AIDS betroffenen Familien, da zusätzliches Einkommen durch den Verkauf erwirtschaftet wird bzw. Ausgaben durch Selbstversorgung eingespart werden.
Erweiterung des Ansatzes
Mit diesem Projekt erweitert SODI seinen Ansatz im südlichen Afrika, welcher bisher aus der Präventions- und Aufklärungsarbeit gegen HIV/AIDS besteht, um die Unterstützung von bereits HIV/AIDS betroffenen Familien. Durch die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation wird sich das Selbstwertgefühl der betroffenen Personen steigern und das Selbstverständnis als eigenständig handelnde soziale Akteure verstärken. Zudem geben die betroffenen Familien ihre praktischen Erfahrungen aus den landwirtschaftlichen Ausbildungsseminaren an ihre Nachbarn weiter. Sie erscheinen dadurch zunehmend als Wissensträger und nicht als benachteiligte Menschen.



