Seit 1995 besteht die Städtepartnerschaft zwischen dem Bezirk Berlin-Lichtenberg und dem Distrikt Kambukwana, dem ehemaligen 5. Bezirk der mosambikanischen Hauptstadt Maputo. Die Partnerschaft leistet nicht nur finanzielle Hilfe und Sachleistungen, sondern vermittelt beiden Seiten auch einen Eindruck vom Leben im Partnerland.
Beide Bezirke liegen fast 9 000 Kilometer von einander entfernt. In Kamubukwana leben fast 300.00 Einwohner und damit mehr als in Lichtenberg. Allerdings unterscheidet sich der mosambikanische Bezirk in vielerlei Hinsicht von seinem Berliner Partner. Es gibt weniger und schlecht ausgerüstete Schulen und Kliniken, die Infrastruktur ist kaum entwickelt - Folgen eines 16jährigen Bürgerkrieges. Während des Krieges und danach diente Kamubukwana als Ansiedlungsgebiet für Kriegsflüchtlinge. Die Zahl der Einwohner stieg nach der verheerenden Flut im Jahr 2000 weiter an. Der Aufbau der Infrastruktur blieb jedoch hinter der wachsenden Bevölkerungszahl zurück.
Von Beginn an wurden in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit die Unterstützung von kommunalen Selbsthilfeprojekte in Kamubukwana mit Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Lichtenberg verbunden.
Seit 1995 besteht die Partnerschaft durch eine gemeinsame Vereinbarung. Rechtliche Grundlage der Städtepartnerschaft ist die im Mai 2007 zwischen dem damaligen Administrator, Rui Matusse, und der Bürgermeisterin von Berlin-Lichtenberg, Christina Emmrich, in Maputo unterzeichnete gemeinsame Erklärung. In Kambukwana wurde Anfang des Jahres 2007 ein Beirat gebildet, der alle Akteure des 5. Stadtbezirks vereint. Bei den monatlichen Treffen beraten die Teilnehmer die nächsten Schritte der Zusammenarbeit. Manuel Nhacotou ist der Koordinator der Städtepartnerschaft in Kamubukwana. Seit den Kommunalwahlen im Frühjahr 2009 ist Herr Lorenco Duarte Massango der neue Administrator des 5. Stadtbezirks. Er hat sein Interesse an der Fortführung der Partnerschaft bekräftigt. Auch in Berlin-Lichtenberg gibt es mit dem Arbeitskreis Maputo eine Institution, die die verschiedenen Akteure vereint. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Partner und interessierte BürgerInnen, um gemeinsam mit der Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich nächste Schritte abzusprechen.
Vertieft wurden die Partnerschaft durch gegenseitige Besuche. So reiste Bürgermeisterin Christina Emmrich im Jahr 2007 nach Maputo um Projekte vor Ort kennen zu lernen. Bei einem Gegenbesuch einer mosambikanischen Delegation in Berlin, Anfang Juni 2008, tauschten die Beteiligten der Städtepartnerschaft weitere Erfahrungen aus. So entstanden neue Kontakte, z.B. zwischen Kleingärtnern und Kleinbauern, die zu weiteren Besuchen und Projekten führen werden.
Neben den beiden Verwaltungen, bereichern eine Vielzahl von Akteuren und Projekte die Städtepartnerschaft:
SODI als Akteur der Städtepartnerschaft
Seit Beginn unterstützt SODI die Städtepartnerschaft. SODI steht den Akteuren und dem Bezirksamt Lichtenberg der Städtepartnerschaft nicht nur als Ansprechpartner zu Seite, sondern unterstützt die Zusammenarbeit auch durch verschiedene Entwicklungsprojekte und Bildungsarbeit. Kamubukwana erreichten innerhalb der Partnerschaft bereits mehrere Hilfstransporte aus Berlin mit medizinischen Geräten und Schulmaterialien. Außerdem werden verschiedene kleine Projekte, wie die Ausstattung mit Schulbänken oder der Bau einer Trockentoilette durchgeführt.
Um Städtepartnerschaft in Berlin bekannter zu machen, hat SODI eine Ausstellung mit 24 Tafeln entwickelt. Im ersten Teil (12 Fotos) werden Projekte der von SODI unterstützten Städtepartnerschaft vorgestellt. Im Mittelpunkt steht der Besuch der Bürgermeisterin von Lichtenberg, Christina Emmrich. Ein neuer, zweiter Teil (12 Fotos) zeigt die Partner in Lichtenberg beim Gegenbesuch einer mosambikanischen Delegation im Jahr 2008. Die Ausstellung kann bei SODI – komplett oder in Teilen - ausgeliehen werden.
Ferner bietet SODI im Rahmen der Städtepartnerschaft Projekteinheiten, Diskussionsveranstaltungen und Vorträge zu Themen der Entwicklungspolitik, Länderkunde Mosambik sowie speziell zur Städtepartnerschaft an. Dieses Angebot richtet sich speziell an Schulen, Vereine und sozio-kulturelle Zentren in Berlin.
Schulpartnerschaft zwischen der Alexander-Puschkin Oberschule, Berlin und der Bagamoyo-Schule, Maputo
Die Alexander-Puschkin-Schule in Lichtenberg organisiert jedes Jahr einen "Run for Help", um Geld für Schulmaterialien und Lehrmittel zu sammeln. Ihre Partnerschule - die Grundschule Bagamoyo - ist durch die Hilfe und eigene Anstrengungen mittlerweile zu einem Vorzeigeprojekt geworden. Die SchülerInnen können durch die gute Ausstattung besser lernen. Das zeigt sich auch in der gestiegenen Abschlussquote.
Im Jahr 2007 konnten, mit Unterstützung der Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit, 240 dringend benötigte Schulbänke gekauft werden. Als nächstes Projekt steht die Reparatur der Wasserbehälter der Schule an. Das Wasser dient den Kindern als Trinkwasser, wird aber auch für die sanitären Einrichtungen benötigt. Die hygienischen Bedingungen in der Schule werden sich dadurch verbessern.
Schulpartnerschaft zwischen dem Barnim-Gymnasium und der Sekundarschule Zedequias Manganhela
Die Schulpartnerschaft zwischen den zwei weiterführenden Schulen steckt zwar noch in den Kinderschuhen, dafür ist jedoch schon eine Menge erreicht worden. Beim jährlichen Fest der Kulturen des Barnim-Gymnasiums informieren die SchülerInnen über die Partnerschaft und über die Lebensumstände in Mosambik. Durch den Versand von ausgedienten, aber noch einwandfrei funktionierenden Schulrechnern konnte bei der Partnerschule in Mosambik die Grundlage für ein Computerraum gelegt werden.
Der rege Briefaustausch zwischen den SchülerInnen in Maputo und Berlin verbindet die Schulen über die Spendensammlungen hinaus. Aus Bildern und in Briefen bekommen sie einen kleinen Eindruck vom Leben in Mosambik und Deutschland.
Unterstützung des Gesundheitszentrums Bagamoyo
Das Gesundheitszentrum Bagamoyo im 5. Stadtbezirk umfasst verschiedene medizinische Stationen. Neben einer Geburtsstation, in der Frauen u.a. einen kostenlosen Schwangerschaftstest durchführen lassen können, gibt es auch eine Betreuungsstation für Kleinkinder. Patienten können im Zentrum allgemein und zahnärztlich behandelt werden. Aids- und Tuberkolosekranke werden auf speziellen Stationen versorgt. 32 Betten umfasst das Zentrum, eine Medikamentenausgabe gewährleistet die Versorgung mit Arzneimitteln und Verbandsstoffen. Doch es mangelt an technischer - und vor allem funktionstüchtiger - Ausstattung. Mit Unterstützung des Bezirksamtes und von Krankenhäusern in Lichtenberg (z.B. dem Sana-Klinikum) konnten schon Krankenhauskittel, Betten, Liegen u.a. an das Zentrum übergeben werden. Weitere Transporte sollen folgen, um die Ausstattung des Zentrums weiter zu verbessern. Außerdem ist eine kleine Verteilungsstation für aufgearbeitete "Second-Hand-Brillen" aus Deutschland geplant.
Unterstützung des Frauenverbandes OMM und AVIMAS
Die Frauenverbände OMM (Frauenverband von Mosambik) und AVIMAS (Verband der Witwen und alleinerziehenden Mütter) im 5. Stadtbezirk von Maputo unterhalten eigene kleine Nähwerkstätten. Die Frauen lernen hier nicht nur Näharbeiten auszuführen, sondern auch Kleidung zu schneidern, die sie verkaufen können. Die Ausstattung der Werkstätten mit Nähmaschinen konnte durch die Städtepartnerschaft bereits realisiert werden. Damit die Frauen auch zu Hause Kleidung schneidern können, benötigen sie nun weitere Maschinen. Damit können sie sich ein eigenes kleines Einkommen erwirtschaften.
Damit auch weiterhin Schulmöbel, medizinische Geräte, Nähmaschinen und vieles mehr dorthin gelangen, wo sie dringend benötigt werden, bitten wir um Spenden für den Transport.
Kleingärtner und Kleinbauern
Beide Partnerbezirke sind durch viele Grünflächen mit landwirtschaftlicher bzw. Kleingärtnerischer Nutzung geprägt. Während in Mosambik jedoch das Gemüse verkauft wird, um den Lebensunterhalt zu sichern, dienen die Kleingärten in Berlin ausschließlich der eigenen Versorgung und der Erholung - doch das war früher anders. Daher bringen die Berliner KleingärtnerInnen viel Verständnis für die Mosambikanischen Kleinbauern und eine große Motivation für einen Erfahrungsaustausch mit. Auch im subtropischen Klima können Kompostierung und Mulchen die Erträge steigern. Die Kleingärtner von Hohenschönhausen und Lichtenberg lobten im Jahr 2007 drei Preise für einen Wettbewerb zum schönsten Garten aus und suchen nun den direkten Kontakt zu den Kleinbauernverbänden in Maputo.
Weitere Partner
Neben diesen Partnern sind noch eine Vielzahl von Akteuren in der Städtepartnerschaft vertreten. So die zum Beispiel die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, das Oberstufenzentrum Max-Taut oder ReUse-Computer e.V.
Neue Foto-Ausstellung zur Städtepartnerschaft
24 Fotos geben Einblicke in die Städtepartnerschaft. Im ersten Teil (12 Fotos) werden Projekte der von SODI unterstützten Städtepartnerschaft vorgestellt. Im Mittelpunkt steht der Besuch der Bürgermeisterin von Lichtenberg, Christina Emmrich. Ein neuer, zweiter Teil (12 Fotos) zeigt die Partner in Lichtenberg beim Gegenbesuch einer mosambikanischen Delegation im Jahr 2008. Die Ausstellung kann bei SODI – komplett oder in Teilen - ausgeliehen werden.
Einen Zeitungsartikel zur Städtepartnerschaft Lichtenberg-Maputo der Zeitung Neues Deutschland finden Sie HIER.








