Deutsch-Nicaraguanisches Krankenhaus in Managua

Nicaragua ist nach Haiti das ärmste Land Lateinamerikas. Besonders von Armut betroffen ist die Bevölkerung aus dem Ostteil der 2 Millionen-Metropole Managua, einem der bevölkerungsreichsten, jedoch auch strukturschwächsten Teil der Stadt. Hier in der Hauptstadt Nicaraguas leben 700.000 Menschen im Einzugsgebiet des Deutsch-Nicaraguanischen Krankenhauses HAN (Hospital Alemán Nicaragüense), das mit 300 Betten die größte Klinik des Gebietes ist. Der SODI-Förderkreis "Freunde des HAN" unterstützt dieses Krankenhaus seit Jahren, um die Qualität der medizinischen Versorgung der Bevölkerung in den ärmsten Bezirken Managuas zu verbessern.

Freunde des HAN

Viele Ärzte, Pfleger*innen, Medizintechniker*innen und Dolmetscher*innen, die von 1985 bis 1990 im Krankenhaus Carlos Marx in der Hauptstadt Nikaraguas – einem der größten Solidaritätsprojekte der DDR – gearbeitet haben, engagieren sich seit 2005 im SODI-Förderkreis "Freunde des HAN". Die Ursprünge des Förderkreises gehen auf den Verein El Hospital zurück, der 1990 in Berlin gegründet wurde und bis 1997 existierte.
Doch auch Medizinstudenten, Ärzte und Krankenpfleger*innen, die in den letzten Jahren mehrwöchige Praktika oder einen Arbeitseinsatz im HAN absolvierten, unterstützen dieses Hospital noch heute.

Aktuelle Projekte 2016 – 2017

8-Betten-Unterkunft für Mütter der Neonatologie im HAN

Kinder und Jugendliche bilden in Nicaragua über die Hälfte der Bevölkerung. Ihre Situation ist alarmierend. Armut, Kinderarbeit und Kindersterblichkeit sind in besonders hoher Zahl vertreten. Gemeinsam mit den "Freunden des HAN" konzentriert sich SODI daher auf die Unterstützung der Kinderabteilung und der Neonatologie des Hospitals. Zu den geplanten Maßnahmen gehört der komplette Umbau eines Gebäudes zur Mütterunterkunft. Ein neues Dach, modernes Inventar und ein Sanitätstrakt sollen acht Müttern eine Unterkunft bieten. Bedürftige Frauen, die von außerhalb kommen und deren Babys längere Zeit nach der Entbindung auf der Neonatologie verbleiben müssen, können so angemessen übernachten und bei ihren Kindern bleiben. „Bisher müssen traurigerweise diese Mütter unter freiem Himmel im Hospital übernachten, auf Bänken oder Pappunterlagen“, berichtet Karen Heinrich vom Förderkreis. Mehr Informationen.

Helfen Sie, diese unwürdigen Bedingungen für die Mütter zu verändern!

 

Für 50 Euro kann ein Bett im Mütterhaus gekauft werden. Eine sichere und menschenwürdige Unterkunft für Mütter ist dann garantiert.

 

Hospitation, Weiterbildung und Praktikum im HAN

Weiterbildung für Physiotherapeuten in der Behandlung von Schlaganfallpatienten

Die Physiotherapeutin Karen Heinrich, vom Förderkreis Freunde des HAN, hat in den vergangenen Jahren längere Arbeitseinsätze im HAN absolviert und im Bereich Neurologie und Intensivmedizin ihre Erfahrungen in Form von kleinen Workshops an die nicaraguanischen Kolleg*innen weitergegeben.

Auch für dieses Jahr waren  im Juni und September 2017 einwöchige Weiterbildungskurse in der Behandlung von Schlaganfallpatienten geplant, an denen nicht nur Physiotherapeut*innen des HAN, sondern auch Therapeut*innen aus anderen Kliniken und Therapiezentren von Managua und Umgebung hätten sehr kostengünstig teilnehmen können.

Doch leider konnte der nicaraguanische Partner: Instituto Politécnico de Salud (POLISAL) an der Universidad Nacional Autónoma de Nicaragua (UNAN) und die Neurologischen Rehaklinik Aldo Chavarria  nicht die dafür notwendigen organisatorischen Maßnahmen garantieren und finanziellen Mittel (Eigenanteil) aufbringen.

Somit rückt die Umsetzung dieses Projektes in weite Ferne.

 

 Weiterbildung der Kinderärzte im Epilepsie-Projekt

In den kommenden Jahren werden Weiterbildungen der Mitarbeit*innen weiter stark im Fokus stehen. „Denn was die Mitarbeiter wirklich brauchen, sind vor allem Weiterbildungen“, sagt Dr. Michael Funke, Förderkreismitglied und Neuropathologe.
Seit Oktober 2016 konnte mit einem Epilepsie-Projekt für Kinder begonnen werden, das nun 2-3 Mal jährlich über mehrere Jahre hinweg mit Visiten, EEG-Ableitung- und Auswertung sowie mit Weiterbildungsmaßnahmen für Pädiater und interessierte Medizinstudenten verbunden sein wird.

 
Hospitation und Praktikum im HAN

Gemeinsam mit der Krankenhausleitung ist ein Rahmenplan für Hospitationen und Praktika von deutschen Auszubildenden entwickelt worden. Dieser gestattet Medizinstudenten und Auszubildenden, im Gesundheitsbereich unter Anleitung der nicaraguanischen Ärzte aktiv mitzuarbeiten. Der Einsatz von deutschen Ärzten, Krankenpfleger*innen, Physiotherapeut*innen und Medizinstudent*innen (Famulanten) etc. unterliegt den gültigen Richtlinien des nicaraguanischen Gesundheitsministeriums (MINSA). In den letzten zehn Jahren haben ca. 25 Personen aus Deutschland mehrwöchige Einsätze im Hospital absolviert. Der Förderkreis unterstützt gerne weiter Interessenten für Einsätze im HAN.
Mehr Informationen.

Helfen Sie, die Qualität des Hospitals durch Weiterbildungen zu verbessern! Bildung rettet in der Medizin Leben und hebt die Lebensqualität der Patienten erheblich!

Die Situation des Krankenhauses 2016

Das Hospital Alemán Nicaragüense ist das Einzige im Osten der Hauptstadt Managua. Es liegt in den bevölkerungsreichsten, strukturschwächsten und ärmsten Bezirken von Managua. Das Einzugsgebiet umfasst 65 Stadtviertel, 41 Siedlungen und 16 ländliche Wohngebiete mit mehr als 700.000 Einwohnern. Nach mehr als 30 Jahren leistet das Krankenhaus immer noch einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen vieler Menschen.

Dies ist auch dem großen Engagement der Unterstützer*innen und Mitarbeiter*innen zu verdanken. So wurden OP-Trakte und verschiedene Stationen modernisiert sowie neue Abteilungen über die Jahre errichtet. 2016 wurde eine Isolierstation für Patienten mit schweren Infektionen erbaut und die Radiologie vergrößert sowie mit bildgebenden Systemen ausgestattet. Das Hospital bietet ebenfalls Medizinstudenten die Möglichkeit einer hochwertigen Ausbildung. Erfahren Sie mehr interessante Dinge über die Geschichte des HAN.

Kooperationsprojekte mit dem HAN

Weitere Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Intensivtherapiestation

Die Intensivtherapiestation (ITS) wurde im Juni 2009 eröffnet. Die dafür notwendige medizintechnische Ausstattung wurde durch die Freunde des HAN zur Verfügung gestellt. „Bisher arbeitet die 6-Betten-ITS sehr erfolgreich“, berichtet Karen Heinrich. Einige deutsche Intensivmediziner und ITS-Pflegekräfte haben in der Anfangsphase vor Ort mitgearbeitet. Auch aktuell wird die Abteilung in angemessenem Umfang unterstützt. So wurden im August 2015 Lagerungsmaterialien finanziert und das Fachpersonal durch eine deutsche Physiotherapeutin geschult. Erfahren Sie mehr.

Aufbau einer Informationstechnologie-Abteilung

Das HAN ist ein Ausbildungskrankenhaus mit ca. 100 Medizinstudenten sowie ca. 100 Auszubildenden des mittleren medizinischen Personals (Schwestern, Techniker, Apothekenhelfer). Für die Ärzte, Mitarbeiter*innen und Studenten wurde im Mai 2011 durch den Förderkreis und IT-Spezialisten aus den USA WLAN etabliert, um Weiterbildung und den Zugang zur medizinischen Fachliteratur zu erleichtern. Gleichzeitig wurden damit Grundlagen gelegt für zukünftige Intranet-Anwendung (z. B. elektronische Terminvergabe für Konsultationen/Krankengeschichte-Systems, Diagnostik, Therapien).

Zwei IT-Spezialisten des HAN nahmen 2015 an einer einjährigen Weiterbildungsmaßnahme teil und konnten diese im September 2016 erfolgreich abschließen. Die Finanzierung hat der Förderkreis übernommen.

Erstellung eines Rundbriefes für die Mitarbeiter des HAN

Der "Hospitalero" genannte Rundbrief erscheint seit 2006 jährlich. Die vom Förderkreis gestalteten Inhalte und das Layout werden vor Ort in einer kleinen Druckerei in Managua gedruckt. Neben Informationen für das Personal wird vom Förderkreis großer Wert auf Erfahrungsaustausch und Kommunikation gelegt. Erfahren Sie mehr über das Projekt.

Medizinische Versorgung verbessern und Leben retten!

Damit in Zukunft werdende Mütter in Ruhe und Geborgenheit ihre Kinder zur Welt bringen können und jede*r das Recht auf medizinische Versorgung wahrnehmen kann, muss das HAN erhalten bleiben und stetig verbessert werden!

Jede Spende hilft.

Für 50 Euro kann ein Bett im Mütterhaus gekauft werden. Eine sichere und menschenwürdige Unterkunft für Mütter ist dann garantiert.

Für 200 Euro kann eine Person beide Kurse in medizinischer Weiterbildung absolvieren.

DZI Spendensiegel

SODI trägt das DZI-Spendensiegel, das den vertrauensvollen Umgang mit Ihren Spenden garantiert.

Das Projekt wird ausschließlich durch private Spenden finanziert.

Weitere Informationen:

Ansprechpartnerin der "Freunde des HAN": Karen Heinrich, Tel.: 030 - 55064046