Mitarbeiterin von URBO informiert über Angebote ©URBO/SODI, 2018
  • Erster Karriere-Tag in in der Region Braničevo © URBO/SODI
  • Umbauarbeiten des Gründungszentrum, Anfang © URBO/SODI
  • Umbauarbeiten des Gründungszentrum, Ende © URBO/SODI
  • Vertreterin von URBO informiert die Roma-Gemeinden über das Angebot © URBO/SODI

Serbien: Arbeit und Zukunft für Roma

Roma sind die größte Minderheit Europas. Sie gehören jedoch gleichzeitig zu einer der ärmsten und meist diskriminierten Gruppen. Auch im serbischen Požarevac in der Region Braničevo ist die Lage prekär: mit einer Bevölkerungszahl von ca. 7.500 bilden Roma ein Fünftel der Stadtbevölkerung. Dennoch sind lediglich 8 Prozent von ihnen formal angestellt.

Roma sind häufig Diskriminierung und rassistischer Gewalt aus der Mehrheitsbevölkerung heraus, aber auch durch staatliche Institutionen ausgesetzt. Studien der letzten Jahre zeigen eine eindeutige Benachteiligung der Roma und besonders der Romnja auf dem serbischen Arbeitsmarkt. Bereits während der Schulzeit erhalten Angehörige der Minderheit weniger Chancen auf Bildung und somit schlechtere Voraussetzungen für ihr Arbeitsleben. Dies erschwert später einen Weg aus der Armut. Auch hier zeigen sich die Auswirkungen der kumulativen Diskriminierung, die den Roma institutionell und zwischenmenschlich alltägliche Hürden bringt. Der Kreislauf aus gesellschaftlicher Diskriminierung, wirtschaftlicher Benachteiligung und Armut reproduziert sich so über Generationen.

Diesen Kreislauf gilt es zu durchbrechen! Deshalb setzt sich SODI im Soli-Projekt gemeinsam mit der Partnerorganisation URBO für Menschenrechte der Roma ein. Zugang zu Bildung, Informationen und bessere Beschäftigungschancen bereiten den Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Bildung und Unternehmergeist statt Perspektivlosigkeit

Gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation URBO wird der Grundstein für die Steigerung der erfolgreichen Jobvermittlungen und Beschäftigungen gelegt. Im Gründungszentrum Postart wird das Netzwerk von jungen Unternehmer*innen gestärkt. Zum einen unterstützen Berufsbildungstrainings, Mentoring und Angebote für Praktika junge Roma bei ihrem Einstieg in die Arbeitswelt. Ihre beruflichen Chancen vergrößern sich durch das Mentoring-Programm. Zum anderen bietet die geplante Erweiterung des Gründungszentrums Raum für zehn neue Pächter*innen, die während ihrer Unternehmensgründung durch URBO beratend begleitet werden. Besonders Frauen sollen zur Gründung eines Unternehmens ermutigt werden. Mindestens vier der neuen Pächter sollen Frauen sein. Im Abstand von zwei Monaten findet ein zusätzlicher Roma-Karriere-Tag statt, um das Netzwerk der Gründer*innen zu stärken und über die Aktivitäten wichtiger Akteure zu informieren.

SODIs Partner vor Ort: Vereinigung der Roma der Region Braničevo (URBO)

Die Vereinigung der Roma der Region Braničevo (URBO, Udruženje Roma Braničevskog Okruga) arbeitet bereits seit mehreren Jahren ausschließlich mit Roma und tritt für die Verbesserung ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Position auf lokaler Ebene ein. Mit dem bereits von ihnen etablierten Gründerzentrum „Postart“ und anderen Projekten, weißt die Organisation viel Expertise zum Thema auf. Das Zentrum beinhaltet u.a. Räume für Bildung, ein PC-Kabinett, einen Kindergarten und Büroräume für die Arbeit mit Geflüchteten und Binnenvertriebenen. In ihrer Arbeit setzt die Organisation auf Dialog zwischen den Roma-Gemeinden und den lokalen Behörden sowie politischen Vertreter*innen. Sie arbeiten zu folgenden Zielen:

  • Verbreitung von Informationen über Roma
  • Organisation und Vernetzung lokaler und internationaler Roma-Organisationen
  • Sammeln der Daten über Verletzungen der Menschenrechte von Roma

Im Dezember 2012 verlieh der Nationale Roma-Rat URBO den Status des Regionalbüros für Ostserbien. Auf diese Weise wird das Regionalbüro Požarevac zum legitimen Vertreter der Roma-Gemeinschaft und ist eines von 19 Nationalräten, die in Serbien seit 2003 gebildet wurden. Dabei ist das Büro eines der größten Nationalräte nationaler Minderheiten in Serbien und hat 35 Mitglieder.

 

 

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Frauen tragen Gefäße auf ihren Köpfen am Sandweg
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