Serbien: Mit Stadtteilzentren Leben der Roma verbessern

In Serbien lebt die Gruppe der Roma in einer prekären Situation von Marginalisierung und Diskriminierung. Gemeinsam mit dem Roma Forum of Serbia will SODI durch Stadtteilzentren und Empowerment Perspektiven schaffen und die Migrationskreisläufe durchbrechen.

In Serbien ist die Situation der Roma prekär. 90 Prozent haben keine Arbeit, 44 Prozent leben in informellen Siedlungen ohne Strom, Wasser und Kanalisation; die Lebenserwartung liegt ca. 10 Jahre unter dem europäischen Durchschnitt, und auch die Bildungssituation ist unzureichend. Roma sind häufig Diskriminierung und rassistischer Gewalt aus der Mehrheitsbevölkerung heraus, aber auch durch staatliche Institutionen ausgesetzt. Weil sehr oft keine Personaldokumente vorhanden sind, haben die Menschen in der Folge keinen Zugang zu Sozialleistungen, zum Bildungssystem, zur Gesundheitsvorsorge oder legalem Wohnen.

Gemeinsam mit dem Roma Forum of Serbia will SODI in Stadtteilzentren in den Regionen Zentral-, Ost- und Nordserbien die bestehenden Probleme vor Ort angehen, Perspektiven schaffen und die Menschen zur Selbstbestimmung ermutigen.

SODIs Partner vor Ort: Roma Forum of Serbia (FRS)

Logo FRS © FRS, 2017
Logo Forum Roma of Serbia © FRS, 2017

Das Roma Forum of Serbia (FRS) ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation in Belgrad/Serbien. 2011 wurde sie von Roma mit dem Ziel gegründet, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation der Roma zu verbessern und für ihre Rechte einzutreten.

Mit erfahrenen Mitarbeiter*innen, die seit mehr als zehn Jahren in der Menschenrechtsarbeit aktiv sind und einem breiten Netzwerk mit anderen Romaorganisationen, wie z.B. Romanipen, Roma Cultural Center oder Association of Roma Students verfügt die Organisation über breites Wissen und Erfahrungen mit Blick auf die schwierige Situation der Roma nicht nur in Serbien, sondern auch in anderen Ländern des Balkans.

Bildung und Rechte fördern

Nur 64 Prozent der Romakinder schließen die Grundschule ab und lediglich 22 Prozent gehen auf eine weiterführende Schule. Insbesondere Mädchen brechen die Schule vorzeitig ab. Oft reicht das Geld nicht für Schulmaterialen. Diskriminierungen, fehlende Unterstützung von Eltern und Lehrer*innen und frühe Familiengründungen erhöhen die Abbruchrate der jungen Roma. Vor allem die Kinder von IDPs (Binnenflüchtlinge, Internally Displaced People) und Returnees (Romaflüchtlinge, die im Rahmen des EU Rückführungsübereinkommens (Readmission Agreement) nach Serbien zurückgeschickt wurden) haben Schwierigkeiten auf ihrer Bildungslaufbahn. Viele von ihnen wurden nicht in Serbien geboren und besitzen daher wenig bis keine serbischen Sprachkenntnisse. Es gibt keine adäquate und kostenfreie Möglichkeit oder spezielle sprachliche Förderungen dieser Gruppe. Im Fokus des Projektes stehen deshalb neben Frauen und Menschen mit gesundheitlichen Problemen auch IDPs/Returnees.

Um dieser prekären Situation entgegenzuwirken richtet SODI gemeinsam mit FRS drei Gemeindezentren in den Städten Kragujevac, Požarevac und Novi Sad ein. Lokale Partnerorganisationen übernehmen die langfristige Betreuung dieser Einrichtungen. Zentral gelegen, aber trotzdem für die Roma zu Fuß erreichbar, sollen die Zentren auch Vorurteile in der Mehrheitsbevölkerung abbauen. In den Anlaufstellen werden unter anderem Weiterbildungen für Existenzgründer*innen und Rechtsberatung angeboten.

Die Rechtsberatung hilft den Menschen bei der Beantragung der oft fehlenden Personaldokumente, um Voraussetzungen für den Zugang zu staatlichen Leistungen zu schaffen. Auch die juristische Beratung bei Diskriminierungsfällen ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Laut Schätzungen benötigen 70 Prozent der Roma psychologische Unterstützung, um diskriminierende Erfahrungen zu überwinden und sich ein besseres Leben zu erarbeiten.

Auch die Schulausbildung von Kindern wird durch Sozialarbeiter*innen gefördert. Sie helfen z.B. bei der Einschulung, verhindern Schulabbrüche u.a. durch den Austausch mit den Eltern, begleiten die Roma bei Bedarf bei Behördengängen und geben Nachhilfekurse. Für Erwachsene bieten die Stadtteilzentren regelmäßige Weiterbildungen an. Alphabetisierungskurse, Serbisch-Sprachkurse oder Bewerbungstrainings helfen der marginalisierten Gruppe der Roma zu besseren Einkommenschancen. Die drei Zentren arbeiten eng mit staatlichen Behörden zusammen, um einen regelmäßigen Austausch bei Informationsbedarf zu gewährleisten und die Jobvermittlung effektiver zu gestalten.

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Mit Stadtteilzentren Leben der Roma verbessern

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Portrait Dejan Marković vom FRS © SODI, 2017

„Man sollte mit den Roma reden und sie einbeziehen, anstatt immer nur über sie zu reden." Dejan Marković vom FRS

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