Folgen von Agent Orange und Landminen
Nguyen Thi Di will ihre Schwäche nicht zeigen. Mit aller Kraft hält sie sich aufrecht, liebevoll gestützt von ihrem Bruder. Sie ist eines der mehr als drei Millionen vietnamesischen Opfern des hochgiftigen, dioxinhaltigen chemischen Kampfstoffes Agent Orange. Die US-Airforce hatte das Gift aus orangefarbenen Containern als Entlaubungsmittel über den Wäldern und Feldern Vietnams, Kambodschas und Laos versprüht – insgesamt 40 Millionen Liter. Menschen, über die sich der graue Nebel legte, starben, wurden krank, erlitten Schädigungen des Erbgutes. Viele Neugeborene kommen auch drei Generationen danach noch mit schweren Missbildungen zur Welt. Die Umwelt ist in den Einsatzgebieten auf lange Zeit geschädigt, die Nahrungskette verseucht. SODI fordert gemeinsam mit anderen, dass sich die USA zu ihrer Verantwortung gegenüber den Opfern bekennen. SODI unterstützt die Forderungen nach einer Entschädigung der Opfer durch die Hersteller des Giftes, Dow Chemicals, dem heutigen Monsanto Konzern. Und: Wir helfen Betroffenen und ihren Familien ein Leben in Würde zu führen.
Mit der Unterstützung für 320 Familien mit Opfern von Agent Orange sowie von Landminen und Streumunition setzt SODI sein Engagement zur Überwindung der Kriegsfolgen in der Provinz Quang Tri, einem Hauptschauplatz des Vietnamkrieges, im Rahmen seines Integrierten Programms zur Humanitären Kampfmittelräumung und Entwicklung fort.
Hinterlassenschaften des Krieges am 17. Breitengrad
In der Provinz Quang Tri, an der ehemaligen Trennlinie zwischen Nord- und Südvietnam gelegen, behindern die Kriegsfolgen Entwicklung und Überwindung der Armut noch immer in gravierender Weise. Hier wurden bisher 15.451 Opfer von Agent Orange registriert, 2.290 von ihnen starben. Seit 1975 wurden fast 7.000 Menschen bei Unfällen mit Minen und Streumunition getötet oder schwer verletzt. Ihre Familien sind in der Regel nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft aus ihrer sozialen Not zu befreien. Dazu gehören die in diesem Projekt erfassten Familien mit Opfern von Agent Orange (138) und von Unfällen mit Minen und Streumunition (170) sowie mit Angehörigen, deren Behinderungen andere Ursachen haben (12). Die Vietnamesische Vaterlandsfront – Projektpartner von SODI – ermittelte gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Heimatgemeinden, wie Hilfe zur Selbsthilfe am wirksamsten geleistet werden kann.
Auf eigenem Grund ein sicheres Dach über dem Kopf
Die 320 Familien leben in instabilen Hütten aus Lehm und Bambus. Stets gehören sie zu den ersten Opfern von Taifunen und extremen Wetterlagen. Die Verbesserung der Wohnverhältnisse hat für sie oberste Priorität. Deshalb erhalten die Familien je 826 Euro, soviel kostet der Bau eines kleinen Hauses mit Toiletten. 688 Euro davon werden aus Projektmitteln bezahlt, den Rest schießt die Vaterlandsfront aus ihrem eigenen Spendenaufkommen zu. Für Familien, die noch kein Land besitzen, stellen die Gemeinden Grundstücke zur Verfügung. Nachbarn, Freunde und die Dorfjugend werden beim Bau mithelfen.
Auf eigenen Füßen stehen
Die finanziellen Ressourcen der 320 Familien sind äußerst schwach. Sie sollen mit einem Kleinkreditprogramm nachhaltig gestärkt werden. Jede Familie wird 138 Euro für die Anschaffung eines Jungrindes oder von drei Schweinen erhalten. In einem Trainingsprogramm lernen sie, wie man für die monatlichen Zinszahlungen und die Rückzahlung des Kredits sparen kann. Es werden Tipps für Tierhaltung, aber auch für Gesundheitsvorsorge und Hygiene, vermittelt. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert das Projekt mit 257.076 Euro, die Vietnamesische Vaterlandsfront setzt 44.047 Euro Spendenmittel ein.
41.645 Euro an SODI-Spenden sind notwendig. Bitte helfen Sie mit!
Hauspaten gesucht!
Für ein kleines Haus mit Toilette sind insgesamt 826 Euro notwendig. 138 Euro steuert die Vietnamesische Vaterlandsfront aus ihrem eigenen Spenden bei. SODI bietet die Übernahme von Hauspatenschaften an. Ab 500 Euro erhalten Spender unter dem Kennwort "Agent Orange/Hauspaten" (bei Online-Spende bitte als Notiz vermerken), von SODI Informationen über und ein Foto von der Familie, der sie geholfen haben. Den Familien wird ein Schild mit dem Namen des Spenders übergeben.
100.000 Unterschriften für Opfer von Agent Orange!
SODI setzt eine Unterschriftenkampagne zur Unterstützung der vietnamesischen Agent Orange Opfer um, damit diese endlich angemessen entschädigt werden.
Der dunkle Schatten des Krieges lastet noch immer auf Millionen Menschen in Vietnam. Er verursacht körperliches Leid, hindert Menschen, sich aus der Armut zu befreien, ein Leben in Würde zu führen. SODI hilft Opfern von Agent Orange und Landminen und setzt damit sein Engagement zur Überwindung der Kriegsfolgen in der Provinz Quang Tri im Rahmen seines Integrierten Programms zur Minen- und Blindgängerräumung und zur Entwicklung fort.





