Berufliches Training und Beratung für Frauen

Frauen sind von Armut besonders betroffen, denn ihnen fehlt meist die nötige Ausbildung, um eine Arbeit zu finden. Im Projekt bekommen 300 Frauen eine Berufsausbildung und ein Teil von ihnen einen Kleinkredit als Starthilfe für ein Kleinstunternehmen. Zudem werden in einem Programm Tausende Frauen für die Beratung von Frauen ausgebildet.

Besonders von Armut betroffen: Frauen

Van lebt in einem Bergdorf in der Provinz Nghe An. Sie gehört zur ethnischen Minderheit der Khmu. Die Schule hat sie mit guten Ergebnissen abgeschlossen. Einen Beruf konnte sie nicht erlernen, obwohl sie sich das wünschte. Wie die meisten Mädchen in ihrer Gegend arbeitet sie auf dem Reisfeld der Eltern und verdient sich ein wenig Geld mit dem Sammeln von Brennholz, das sie auf dem Markt verkauft. Eine andere Arbeit konnte sie nicht finden. Van gehört mit einem Jahresverdienst von rund 80 Euro zu den 70 Prozent der Bevölkerung in ihrer Region, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Die überwiegende Mehrheit davon sind Frauen. Der Anteil von Frauen an der wachsenden Zahl von Arbeitslosen beträgt 65 Prozent.

Ausgangslage in Nghe An

Nghe An ist der Fläche nach die größte Provinz Vietnams mit insgesamt 19 Kreisen/Städten und 473 Gemeinden. Nghe An ist eine vergleichsweise arme Provinz. 21 Prozent der Bevölkerung galten 2007 als arm. In den Berggemeinden leben Gemeinschaften ethnischer Minderheiten (Khmu, Hmong, Thai, Tho, O Du). Geographische Bedingungen, das Klima mit extremen Wetterlagen und die schlechte Infrastruktur erschweren Zugang zu Bildung und Beschäftigung insbesondere in den Bergregionen. Nur 30% aller Beschäftigten in Nghe An haben eine berufliche Qualifikation unterschiedlichen Grades, davon ist nur ein geringer Teil weiblichen Geschlechts. Die Provinz liegt hinsichtlich des Anteils beruflich Qualifizierter unter dem Landesdurchschnitt.

Die Projektregion

Das Projekt erstreckt sich über ganz Nghe An. Schwerpunkt ist die östliche Hälfte der Provinz von der Küste bis ins Bergland. Zur Gewinnung von Erfahrungen in besonders strukturschwachen Gebieten wurden bewusst auch Gemeinden in den Bergkreisen Ky Son und Kim Son, die direkt an der Grenze zu Laos liegen, in das Projekt einbezogen. In den einbezogenen Bergkreisen Kim Son und Ky Son beträgt die Armutsrate 70 Prozent.

Maßnahmen des Projekts

SODI hat in den 90er Jahren geholfen, das Zentrum für berufliche Ausbildung der Frauenunion in Vinh (VTC), der Hauptstadt der Provinz Nghe An, aufzubauen und auszustatten. Mit SODI-Spenden wurden hier Näherinnen ausgebildet.

Durchführung von beruflichen Trainingskursen

Im neuen Projekt sind Ausbildungskurse für 300 Frauen in Informationstechnologie (180 Teilnehmerinnen), Friseurhandwerk/Kosmetik (60) und Kochen/Gastronomie (60) vorgesehen. Berufliche Bildung soll ihnen helfen, die Tore zum Arbeitsmarkt oder auch zu Existenzgründungen aufzustoßen. Die Frauenunion folgt mit diesem Bildungsangebot Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung und Einkommenschancen im städtischen Gebiet und ländlichen Raum. Für die IT-Kurse werden im Zentrum ein Netzwerk und ein Internetanschluss installiert.

Die Kosten für die Teilnahme an einem Trainingskurs betragen durchschnittlich 130 Euro pro Person.

Aufklärung und Beratung: Selbstbewusst Chancen ergreifen

In einem Programm zur Aufklärung und Beratung von Frauen für Frauen werden zunächst 90 Trainerinnen am Berufszentrum ausgebildet. Diese bereiten knapp 800 Multiplikatorinnen der Frauenunion darauf vor, Orientierungskurse für 1 600 Frauen zu organisieren. Die Teilnehmerinnen dieses mehrstufigen Programms werden befähigt, Frauen hinsichtlich beruflicher Bildung und Arbeitssuche zu beraten, sie über ihre Rechte aufzuklären und Grundwissen für Kleinstunternehmerinnen zu vermitteln. Aber auch die Themen HIV/Aids und Kampf gegen Frauenhandel in der Region, von dem auch Frauen Vietnams betroffen sind, werden zur Sprache kommen.

Die FU wird mit dem so entstandenen Netzwerk in der Lage sein, über 180 000 Frauen (40% gehören nationalen Minderheiten an) mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zur Durchführung dieses dezentralen Trainingsprogramms erhält die Frauenunion moderne Kommunikationstechnik. Die Kosten pro Teilnehmer an Orientierungskursen belaufen sich auf 30 Euro. Darüber hinausgehende Personal- und Managementkosten übernimmt die Frauenunion.

Kleinkreditprogramm für Existenzgründerinnen

Initiative und Mut allein reichen zur Einrichtung eines Frisörgeschäfts, eines kleinen Straßenrestaurants, eines Copy Shops oder einer Schneiderwerkstatt nicht aus. Ein Kleinkreditprogramm verbunden mit einem Trainingskurs über Kreditmanagement und spezielle Fragen der Führung eines Kleinstunternehmens verhilft 120 potentiellen Existenzgründerinnen zu dem notwendigen Startkapital. Diese Frauen haben mit Hilfe der Frauenunion ein berufliches Training absolviert und an einem Orientierungskurs teilgenommen. Je nach Bedarf erhalten sie einen Kredit von je 200 Euro oder, die einen größeren Investitionsbedarf haben, 600 Euro. Und das Gute am Kreditprogramm: Die Rücklaufmittel werden für die Ausdehnung des Kleinkreditprogramms auf andere Kreise und Gemeinden in der Provinz eingesetzt.

Projektflyer

Projektlaufzeit

Oktober 2008 bis Dezember 2011

Projektkosten

251.860 €

Finanzierung

Fördermittel: 188.895 € (BMZ)
Spenden: 62.965 €

Projektregion

Provinz Nghe An, Vietnam

Projektpartner

Vietnamesische Frauenunion

Dieses Projekt ist bereits abgeschlossen, bitte informieren Sie sich über unsere aktuellen Projekte in Vietnam!

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Thumb

Für 130 Euro erhält eine Frau eine Ausbildung im IT-Bereich.

225 Euro kostet eine Ausbildung im Frisör- und Kosmetikhandwerk.

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