Bau und Ausstattung eines Gesundheitszentrums

Gemeinsam mit dem Volkskomitee des Kreises Hai Lang startet SODI den Bau und die Ausstattung eines Gesundheitszentrums und trägt damit erheblich zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung für knapp 20.000 Menschen in vier Gemeinden bei. Das Projekt ist Teil des Integrierten Programms von SODI, bei dem die Kampfmittelräumung mit Entwicklungsprojekten kombiniert wird.

Betrachtet man die Statistiken zur Gesundheitssituation in Vietnam, so könnte leicht der Eindruck entstehen, das Land habe in diesem Bereich keine größeren Defizite mehr zu verzeichnen. Die Lebenserwartung ist gestiegen und die Kindersterblichkeitsrate stark gesunken. Doch im Gegensatz zu den großen Städten zeigt sich für die arme Bevölkerung, insbesondere in den ländlichen Regionen, ein anderes Bild. Fast die Hälfte von ihnen bringt ihre Kinder ohne eine Hebamme oder einen Arzt zur Welt. Die Folge ist eine hohe Müttersterblichkeitsrate. Nur 64 Prozent der unter Einjährigen werden gegen Masern geimpft. Bei nicht geimpften Kindern verlaufen Masernerkrankungen oft so schwer, dass Komplikationen auftreten, die nicht selten zum Tod führen. Weitere Gesundheitsrisiken entstehen durch fehlende Toiletten und verunreinigtes Trinkwasser. Die Folge sind gefährliche Infektionskrankheiten, von denen insbesondere Kinder betroffen sind.

Die Gemeinde Hai Thuong leidet noch immer unter den verheerenden Folgen des Vietnamkriegs

Das neue Gesundheitszentrum wird in der Gemeinde Hai Thuong gebaut und hat einen Einzugsbereich von vier Gemeinden mit knapp 20.000 BewohnerInnen. Die Region gilt als besonders arm, denn der Anteil der Menschen, die mit einem Einkommen von 400.000 Vietnamesischen Dong (ca. 13 Euro) pro Monat auskommen müssen, ist mit über 20 Prozent in einigen Gemeinden dieser Region sehr hoch. Neben den häufigen Überschwemmungen sind die immer noch spürbaren Kriegsfolgen ein Hauptfaktor für die Armut. Die Gemeinde Hai Thuong war während des Vietnamkriegs Schauplatz heftigster Bodenkämpfe. Mit dem Integrierten Programm – bei dem die Kampfmittelräumung mit Entwicklungsprojekten kombiniert wird – trägt SODI erheblich dazu bei, dass nach und nach Lebensraum wieder neu erschlossen und damit die Armut reduziert werden kann.

Schlechte medizinische Bedingungen prägen die Region

Zu den häufigsten Krankheiten in der Region gehören Denguefieber, Lungenentzündungen und Atemwegserkrankungen, 60 Prozent der Frauen leiden an Unterleibserkrankungen. In den bestehenden kleinen Gesundheitsstationen gibt es kaum Ärzte zuden sind sie für viele Behandlungen nicht ausgestattet. Ein großer Teil der PatientInnen wendet sich daher direkt an das Distriktkrankenhaus in Hai Lang, was zu einer starken Überlastung des Krankenhauses und zu einer Verschlechterung der medizinischen Betreuung führt.

Das neue gemeindeübergreifende Gesundheitszentrum schafft Hoffnung

Zwei Ärzte, vier Krankenschwestern und zwei Hebammen werden in dem neuen Gesundheitszentrum arbeiten. Durch die Ausstattung mit einem Ultraschallgerät können Komplikationen in der Schwangerschaft rechtzeitig erkannt und die Müttersterblichkeit gesenkt werden. In Zukunft werden weniger Frauen ihr Leben verlieren, wenn sie Leben schenken. Zudem wird in dem Gesundheitszentrum ein Zahnarzt praktizieren und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in Schulen und Kindergärten durchführen. Die neue Zahnmedizinische Abteilung wird den bislang einzigen Zahnarzt im Distriktkrankenhaus, der für alle 22 Gemeinden in Hai Lang alleine zuständig war, erheblich entlasten und die Zahngesundheit verbessern. Zudem können PatientInnen mit schweren Durchfallerkrankungen stationär behandelt werden. Die traditionelle vietnamesische Medizin hat einen hohen Stellenwert und ist auch Bestandteil des Nationalen Gesundheitsprogramms. Denn sie ermöglicht preiswerte Behandlungen vieler leichterer Erkrankungen. Daher wird auf dem Gelände des Gesundheitszentrums ein Garten mit Heilkräutern gegen Kopfschmerzen, Magen- und Darmprobleme und zur Beruhigung angelegt.

Verbesserung der hygienischen Bedingungen

Die unzureichenden hygienischen Verhältnisse in der Projektregion tragen maßgeblich zur Verbreitung von gefährlichen Infektionskrankheiten bei. In der Gemeinde Hai Quy beispielsweise haben nur 30 Prozent der Familien eine Toilette. Ein weiterer Bestandteil des Projekts sind daher Schulungen zu Hygiene für 1.200 Menschen und der Bau von 20 einfachen Toiletten, die mit einfachen Mitteln und ohne handwerkliche Vorkenntnisse auch von anderen Dorfbewohnern für ihre Familien nachgebaut werden können.

Projektlaufzeit

Oktober 2011 bis Dezember 2013

Projektkosten

210.970 €

Finanzierung

Fördermittel: 187.821 € (BMZ)

Spenden: 23.149 €

Projektregion

Distrikt Hai Lang, Provinz Quang Tri, Vietnam

Projektpartner

Volkskomitee Kreis Hai Lang

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Die komplette Einrichtung der Zahnarztpraxis kostet 805 Euro an Spenden. Jeder Euro hilft!

Für 362 Euro an Spenden können insgesamt 1.200 Menschen in verschiedenen Schulungen über Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden. Dadurch werden gefährliche Infektionskrankheiten verhindert.

Jeder Euro hilft! Bestimmen Sie den Betrag Ihrer Spende selbst und unterstützen Sie damit das Gesundheitszentrum in der Gemeinde Hai Thuong.