Bessere Lebensbedingungen für die ländliche Bevölkerung

Eine gute Infrastruktur wie Wasser oder Straßen ist eine wichtige Grundlage für bessere Lebensbedingungen. In der Provinz Yen Bai, nördlich von Hanoi, organisieren sich die Menschen in vier Dörfern selbst, um dringend benötigte Infrastruktur in ihren Dörfern zu planen und umzusetzen. Unterstützt werden sie dabei von SODI und unserer vietnamesischen Partnerorganisation DWC.

Die vietnamesische Regierung hat in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Schaffung von gesetzlichen Rahmenbedingungen gemacht, welche der Bevölkerung ein größeres Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen ermöglicht. Doch die Praxis hinkt der Theorie hinterher. Immer noch werden viele Entwicklungsprojekte geplant, ohne die eigentliche Zielgruppe in die Planung und Umsetzung miteinzubeziehen. Die ländliche Bevölkerung, oft Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit geringer formaler Bildung, werden von ihren lokalen Regierungen nicht selten als passive Begünstigte behandelt – mit dem Ergebnis, dass die tatsächlichen Bedürfnisse, das Wissen und das Interesse der Zielgruppe und die äußeren Rahmenbedingungen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Da die Mehrheit der Entscheidungsträger in den lokalen Regierungen Männer sind, werden Frauen bei der Planung zu wenig berücksichtigt. Ohne der Partizipation der Dorfbevölkerung wurden Gelder nicht immer transparent eingesetzt und Entwicklungsprojekte unnötig verteuert.

Schritt für Schritt zur Eigenverantwortung

Hier setzt SODIs Partner "The Centre for Promoting Development for Women and Children" (DWC) an. In vier Dörfern in den Gemeinden Van Hoi und Minh Quan werden 40 Frauen und Männer darin geschult, den Entwicklungsbedarf in ihren Dörfern selber zu analysieren, mit den Dorfbewohner*innen Prioritäten zu setzen und Projekte dann von der Planung bis zur Realisierung selbst in die Hand zu nehmen. Dafür werden gemeindebasierte Gruppen gegründet, denen im Rahmen des Projektes ein kleines Budget zur Verfügung steht. Doch das Einbringen von zusätzlicher Eigenleistung ist die Voraussetzung für die Bewilligung der Projekte, über die ein Dorfkomitee entscheidet. Bui Thi Kim, die Direktorin von DWC hat sehr gute Erfahrungen damit gemacht: „Wenn die Dorfbewohner*innen ihr eigenes Projekt machen, bringen sie oft mehr Eigenleistung ein als geplant. Manche stellen ihr Land für die Gemeinschaft zur Verfügung, andere haben etwas mehr Geld als andere und geben mehr als sie müssten. Sogar die Ärmsten bestehen darauf, etwas beizutragen, und sei es nur, dass sie die anderen Dorfbewohner*innen während der Arbeit mit frischen Tee versorgen“.

Zugang zu Trinkwasser, Verbesserung der Dorfstraßen

Meistens geht es um die Verbesserung von Infrastruktur in den Dörfern, wie beispielsweise die Befestigung von Bewässerungskanälen, Dorfstraßen oder die Trinkwasserversorgung. In einer ersten Bedarfsanalyse wurde der Bau von vier Gemeindehäusern von den Dorfbewohner*innen als Priorität genannt. Während bis jetzt Dorftreffen in den Wohnhäusern der Dorfvorsteher abgehalten wurden und oft den Charakter von informellen Männerrunden hatten, werden bald alle Dorfbewohner*innen, insbesondere auch die Frauen an den Versammlungen teilnehmen und sich einbringen können.

Erfolgreich bei der Armutsbekämpfung

Die externe Evaluierung eines Projektes zu Gemeindemanagement in einer anderen Provinz hat gezeigt: Die gezielte Schulung der Dorfbewohner*innen und die Dorfversammlungen, an denen auch lokale Regierungsvertreter*innen teilnehmen, führen dazu, dass öffentliche Gelder mit der Partizipation der Dorfbevölkerung effektiver eingesetzt werden und die Dorfbewohner*innen Unterstützung einfordern. Dabei spielen die Gemeindehäuser als Mittelpunkt der Dorfgemeinschaften eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, möglichst alle Dorfbewohner*innen in Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen. Der Bau und die Befestigung von Bewässerungskanälen ermöglichten eine zweite Ernte, und verbesserte Dorfstraßen erleichterten den Zugang zu Märkten und den täglichen Weg zur Schule. Die Anzahl der Menschen, die unter der Armutsrate lebten, konnte um 50 Prozent gesenkt werden. 

Die Nicht-Regierungs-Organisation „The Centre for Promoting Development for Women and Children“ wurde 2003 in Vietnam gegründet, Armut zu überwinden und die Lebensqualität von benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu verbessern.   

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Eine gute Infrastruktur wie Wasser oder Straßen sind eine wichtige Grundlage für bessere Lebensbedingungen. In der vietnamesischen Provinz Yen Bai organisieren sich die Menschen selbst, um dringend benötigte Infrastruktur in ihren Dörfern zu planen und umzusetzen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Unterstützt werden sie dabei von SODI und unserer vietnamesischen Partnerorganisation DWC.

 

 

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