Neue Perspektiven für Frauen in A Luoi

Die Folgen des Vietnamkrieges sind auch 41 Jahre nach Kriegsende noch spürbar. Der Bergdistrikt A Luoi, in der Provinz Thua Thien Hue, gehört zu der am stärksten mit dem Entlaubungsgift "Agent Orange" betroffenen Region. Die hohe Anzahl der Menschen mit Behinderungen erschwert die wirtschaftliche Entwicklung des Distriktes. Es gibt kaum Ausbildungs- und Einkommensmöglichkeiten. Für die vielen Familien, die Angehörige mit einer Behinderung haben, ist es schwer, einen Weg aus der Armut zu finden. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Hope Center ermöglicht SODI 40 Frauen mit Behinderung eine Ausbildung.

Die vietnamesische Nichtregierungsorganisation „Hope Center“, Partner von SODI, betreibt seit 17 Jahren in der Provinzhauptstadt Hue ein Ausbildungszentrum für Menschen mit Behinderungen. „Vorher gab es fast nur Zentren, in denen die Menschen mit Behinderungen medizinisch versorgt wurden“, erklärt Nguyen Thi Huong, die Direktorin des Hope Centers, ihre Motivation. „Das wollten wir ändern und den Menschen Ausbildungsmöglichkeiten und eine Arbeit bieten“. Seitdem hat das Hope Center mehr als 600 Menschen, die meisten davon Frauen, in Schneiderei und Kunsthandwerk ausgebildet und in Arbeitsverhältnisse vermittelt. Der energischen älteren Dame ist es dabei besonders wichtig, dass die Produkte nicht aus Mitleid mit den Frauen, sondern wegen der guten Qualität gekauft werden. Das scheint zu funktionieren, denn das bestehende Zentrum in Hue kommt mit der Produktion kaum der Nachfrage hinterher. Nach dem Bau eines weiteren Ausbildungszentrums direkt in dem Bergdistrikt A Luoi mit finanzieller Unterstützung von SODI und der Stiftung Nord-Süd-Brücken werden jetzt zunächst 40 Frauen mit Behinderungen ausgebildet und beschäftigt. Die Mehrheit der Frauen gehört einer ethnischen Minderheit an, wie Ta Oi, Van Kieu oder Hoa.

Alte und neue Handwerkskunst

Eine besonders beliebte traditionelle Handwerkskunst nennen die Ta Oi „Zeng“, ein gewebter Stoff, bei dem Glasperlen eingearbeitet werden, so dass kunstvolle Muster entstehen. Andere Produkte werden aus vermeintlichen Abfallprodukten hergestellt. Aus alten Kabeln werden Taschen und Körbe, aus alten Kartons werden Buchumschläge. Die Produkte werden in der Provinzhauptstadt Hue und über die vietnamesische Fairhandelsorganisation Craft Link ins Ausland verkauft. Aber auch die Distriktregierung hat Bedarf an den traditionellen Stoffen: den Kindern soll durch das Tragen von Schuluniformen aus traditionellen Stoffen der Wert ihres kulturellen Erbes vermittelt werden. Andere Frauen wiederum werden in dem Ausbildungszentrum zu Schneiderinnen ausgebildet. Krankenhäuser und Fabriken haben bereits Bedarf an Berufskleidung angemeldet.

Unterstützung für Kleinbauern

In einer weiteren Projektkomponente werden Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in A Luoi darin geschult, neben Reis, Cassava, Mais und Gemüse auch weitere marktfähige Produkte anzubauen, um ein zusätzliches Einkommen aus der Landwirtschaft zu haben. So lernen sie zum Beispiel den Anbau von Tulpen und Lilien, die zu den kunstvollen Blumengestecken verarbeitet werden, für die die Provinz Thua Thien Hue bekannt ist und die vor allem zu dem vietnamesischen Neujahrsfest Tet einen großen Absatz finden. Auch Ingwer und Safran erzielen gute Preise.
 

Hoffnung geben

Für 75 Euro erhält eine Frau einen Ausbildungskurs in Weberei. Das ist die Grundlage für ein dauerhaftes Einkommen.

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Das Projekt wird finanziell unterstützt durch das BMZ sowie durch private Spenden.