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Aufräumarbeiten im Jungendorf des Straßenkinderhilfsvereins SKCV
 
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SODI und die GSE organisieren erste entwicklungspolitische Bildungs- und Workcampreise

von Thomas Berger, Leiter der Gruppe

Talagadadeevi – sichtbar kündet kein Schild vom Namen dieses Dorfes im Gebiet Machilipatnam, im Unionsstaat Andhra Pradesh. Und auch der Ort selbst entzieht sich den Blicken, bis man schon mittendrin steht.

Etwa 500 Meter abseits des Dorfkerns gruppieren sich etwa 100 Steinhäuser um den unbefestigten, staubigen Sandweg. Auch sie bereits Resultat des SODI-Wirkens in der Region: 2007/08 war hier einer von zwei Standorten eines Vorgängerprojektes, bei dem im ehemaligen Tsunamigebiet mehr als 200 Wohnhäuser für bedürftige Familien errichtet wurden. Jetzt wird erneut gebaut. Diesmal ist es eine von drei Katastrophenschutzanlagen, die noch einmal zusätzlich zu vier bereits fertiggestellten in anderen Dörfern, entstehen.

Etwas irritiert schauen anfangs die Dorfbewohner, als drei Fahrzeuge aus der Stadt anrollen und ausländische Gäste ankündigen. Es ist zwar nicht der erste ausländische Besuch in ihrem Heimatort, aber so viele auf einmal waren noch nie da. Und noch größer werden Staunen und Neugier, als die Besucher sich nicht nur umschauen, sondern schon kurz darauf bei 30 Grad Hitze zu arbeiten beginnen. Emsig werden von einem Haufen Erde aus, der vor dem halbfertigen Fundament des Bauwerkes lagert, Schüsseln befüllt und von Händepaar zu Händepaar weitergereicht, um damit eines der Segmente unter dem künftigen Fußboden zu füllen.

Die Idee, an das laufende Bauprojekt eine entwicklungspolitische Bildungs- und Workcampreise zu knüpfen, stammt vom indischstämmigen Altlandsberger Ortsbürgermeister Ravindra Gujjula, der gemeinsam mit dem örtlichen Lionsclub seinerzeit das SODI-Engagement in Südindien nach der verheerenden Flutwelle, Weihnachten 2004, initiiert hatte. Auch diesmal helfen die Altlandsberger Lions nicht nur bei den Schutzbauten, den Eigenanteil zu sichern, sondern stellen auch die Basisfinanzierung für die Reise von 13 jungen Leute aus Berlin/Brandenburg – SchülerInnen und StudentInnen im Alter von 16 bis 22 Jahren.

Die Gesellschaft für solidarische Entwicklungszusammenarbeit (GSE) wiederum, für die es die fünfte Multiplikatorenreise während der vergangenen zehn Jahre ist, stellt mit ihrem Vorsitzenden den Leiter der Gruppe. Er und seine Assistentin Marcella Dubiel kennen das Dorf bereits von 2007, als die nun fertigen Wohnhäuser sich gerade im Rohbau befanden.

Nur einer der Projektteilnehmer war ebenfalls schon zuvor in Indien, für das übrige Dutzend ist es Neuland. Start war in Hyderabad, der teilweise sehr modernen Hauptstadt des Unionsstaates, worauf nach zwei Tagen die Textilstadt Sircilla 250 Kilometer, also vier Busstunden, nördlich davon folgte. Ein dreitägiger Exkurs ins ländliche Indien mit seiner besonders traditionsverhafteten Lebensweise, aber auch speziellen Problemen gerade in dieser dürregeplagten Region.

Indien zwingt zu Flexibilität, auch bei Projekten, die im fernen Deutschland mit aller Sorgfalt geplant wurden. Und so wird denn auch für die Gruppe spontan umgedacht: Da in Vijayawada das Jungendorf des Straßenkinderhilfsvereins SKCV am Ufer des Krishna überflutet war, greifen die jungen Deutschen kurzerhand gemeinsam mit den Kindern zu, um das Areal von dem zu befreien, was der Fluss beim Verlassen seines Bettes an Zäunen und anderen Hindernissen hinterließ. Eine Mischung aus Schlamm, Müll und Geäst gilt es zu beräumen, auch hier mit vollem Einsatz bei drückender Hitze.

Am Ende der Reise ziehen die Teilnehmer, ebenso wie die Betreuer, eine positive Bilanz. Für einige steht schon fest, dass sie wiederkommen wollen, dies nicht ihr letzter Kontakt mit Indien sein wird. Eine Wanderausstellung mit Fotos der Gruppe tourt seit März durch verschiedene Orte, unter anderem auch den Brandenburger Landtag. Nicht das einzige Beispiel, wie die Heimgekehrten ihrer Multiplikatorenrolle ganz praktisch gerecht werden.

 

 

15.06.2010

Projekt-Informationen:

220 Häuser für Tsunami-Opfer (Indien)

 
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