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Solidarität – jetzt erst recht!

von Sylvia Werther, Geschäftsführerin

In der aktuellen Debatte über milliardenschwere Hilfsprogramme für die Rettung von Banken, Unternehmen und Staaten, gerät die notwendige Unterstützung für Entwicklungsländer aus dem Blickwinkel.

Seit Jahren weisen Experten und Nichtregierungsorganisationen darauf hin, dass mit den derzeitigen Anstrengungen, die Millenniumsentwicklungsziele nicht erreicht werden. Die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, ist mit der bereits seit 3 Jahren andauernden Finanzkrise in weite Ferne gerückt. Derzeit leiden laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO) ca. eine Milliarde Menschen an Hunger, die Exportzahlen sinken und Überweisungen von in Industrieländern lebenden Familienmitgliedern bleiben aus.

Dass ein europäischer Staat und europäische Banken bereits nach dem ersten Aufschrei mit Milliarden unterstützt werden, liegt in der ökonomischen Logik des Systems. Dass Griechenland der EU dadurch näher liegt als Mosambik, ist unter diesem Gesichtspunkt nur verständlich. Die moralische Perspektive zu denken, lohnt dabei freilich nicht. Was bekommt der deutsche Staat zurück, wenn er die arme ländliche Bevölkerung in Mosambik unterstützt oder die sanitäre Versorgung von Menschen in Namibia verbessert? Ein deutsches Produkt kaufen die Mosambikaner sicher nicht. Oder?

Aus Sicht der neuen Bundesregierung muss daher die Kooperation mit (deutschen) Unternehmen gestärkt werden. Wenn ein Land wie Mosambik unterstützt wird, muss dabei auch etwas für Deutschland rausspringen. Das ist die ökonomische Logik in der Entwicklungspolitik. Ökologische, soziale oder menschenrechtliche Kriterien sind dabei zweitrangig - auf Kosten von Mensch und Natur. Diese Kriterien und die moralische Perspektive zu denken, obliegt nun also weiterhin entwicklungspolitischen Organisationen wie SODI. Auch nach 20 Jahren Solidaritätsarbeit mit Basisgruppen, selbstorganisierten Initiativen und Kommunen halten wir an der moralischen Perspektive fest. Mehr noch: Wir müssen noch stärker als bisher die Solidarität und nicht das Eigeninteresse in den Mittelpunkt rücken!

Daher appelliere ich an die Leserinnen und Leser des Reports: Auch wenn in Deutschland die Geldbeutel schmaler werden, lassen Sie es nicht zu, dass die notwendige Unterstützung von Menschen in Entwicklungsländern jäh ihr Ende findet. Helfen Sie mit, dass die Projekte von SODI

und seinen Partnern in Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa tausende Menschen auf ihrem Weg aus der Armut unterstützen.

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Ich danke Ihnen für Ihre Solidarität!

 

 

14.06.2010
 
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