Berufsausbildungen schaffen Perspektiven für junge Rom:nja in Serbien

Fast jede:r vierte Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren war in Serbien 2025 nach offiziellen Angaben arbeitslos. Unter jungen Menschen aus Rom:nja-Communities lag die Quote noch höher. Viele von ihnen wachsen in Armut auf, übernehmen früh Verantwortung und erleben Ausgrenzung in Schule und Gesellschaft. Der Zugang zu Ausbildung und Arbeit bleibt für sie besonders schwierig. „Manche Unternehmen zögern, junge Rom:nja einzustellen, wegen negativer Stereotype“, erklärt Emina Nikolić, Sozialarbeiterin im vom Forum Roma Srbije (FRS) betriebenen Gemeinde- und Karrierezentrum in Kragujevac. Viele schlagen sich mit schlecht bezahlten, in formellen Jobs durch - ohne soziale Absicherung.
Mit Weiterbildungen zu neuen Perspektiven
Mit Unterstützung von SODI und FRS absolvierten 60 Jugendliche in den Städten Kragujevac, Novi Sad und Požarevac staatlich anerkannte drei- bis sechsmonatige Ausbildungsgänge. Die Programme deckten Bereiche wie Gastronomie, Kosmetik oder Buchhaltung ab. Begleitend erhielten die Teilnehmenden psychosoziale Beratung, individuelle Förderung und Tagesschulungen, in denen sie zum Beispiel ihre IT-Kenntnisse erweiterten oder Bewerbungsgespräche trainierten.


auf dem Arbeitsmarkt @FRS
Eine von ihnen ist Mila Nikolić. Nach ihrem Schulabschluss fand sie keine Arbeit und half einer Bekannten bei der Buchhaltung. Das Projekt ermöglichte ihr eine Weiterbildung im Bereich Finanz- und Rechnungswesen. „Ich wollte mir fundiertes Wissen aneignen, um meine Chancen auf einen guten Job zu erhöhen“, erzählt Mila. Der Kurs umfasste Theorie, Buchhaltungssofware und Praxiseinsätze in einem Unternehmen. „Die Ausbildung hat mir sehr geholfen, weil sie den Arbeitgeber:innen gezeigt hat, dass ich gut qualifiziert bin“, sagt sie. Neben der fachlichen Qualifikation profitierte Mila von Gesprächen mit Mentor:innen, die sie bei der Arbeitssuche unterstützten. Ihren Schritt ins Berufsleben hat sie mit einer Festanstellung in einem regionalen Unternehmen geschafft. „Ich bin stolz auf das, was ich gelernt habe. Es fühlt sich großartig an, einen festen Job zu haben“, sagt sie.
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