Wenn Wasser knapp ist, zählt Wissen
Unvorhersehbares Wetter gefährdet Ernte und Lebensgrundlagen
Früher wussten die Bäuer:innen, wann der Regen kommt. Heute macht der Klimawandel das Wetter unberechenbar. „In den letzten sieben Jahren haben unregelmäßiger Regenfall und Dürre unsere finanzielle Lage und unsere Gesundheit stark beeinträchtigt“, berichtet Bäuerin Swaraswati Hansda. Besonders schlimm sei es 2019 gewesen. Wie immer hatte sie die Setzlinge zur gewohnten Regenzeit verpflanzt. Aber der Regen kam nicht. 70 bis 80 Prozent konnten sie weniger ernten als sonst. Später im Jahr war der Regen zu stark, die Aussaat verzögerte sich und Schädlinge breiteten sich aus. Dadurch hatte ihre Familie zwei Monate lang nicht genug zu essen.
Regionaler Wetterdienst erleichtert Planung
Am Dorfplatz von Majura liest Swaraswati Hansda an einer großen Kreidetafel die Wetterprognose.Die 35-Jährige will wissen, ob Regen zu erwarten ist, oder ob sie ihre Setzlinge bewässern muss. Jede Entscheidung birgt ein Risiko: Reicht das Wasser nicht, droht Ernteverlust. Bewässert sie zu viel, muss sie kostbares Wasser aus dem Auffangbecken entnehmen und teuren Treibstoff für die Pumpen bezahlen. In den nächsten Tagen sei keine Bewässerung notwendig, so die Empfehlung auf der Tafel. Das erleichtert die Bäuerin.
Die Wettervorhersagen und landwirtschaftlichen Empfehlungen kommen von einem Wetterdienst, der 6.000 Bäuer*innen in 20 teilnehmenden Dorfgemeinschaften in den Verwaltungsblöcken Kashipur und Jamboni im indischen Bundesstaat Westbengalen erreicht. Ermöglicht wird der Dienst durch ein gemeinsames Projekt des lokalen Development Research Communication and Services Centre (DRCSC) und SODI.

Hilfreiche Empfehlungen für Aussaat, Bewässerung und Ernte
Zwei projektfinanzierte Wetterstationen liefern aktuelle Standortdaten für die Umgebung der Projektdörfer. Ergänzend dokumentieren zwei Angestellte, vor Ort Daten wie Regenmengen und Bodenfeuchtigkeit. Alle zwei Tage gehen die Messungen an Meteorolog:innen und Agrarwissenschaftler:innen, die sie mit allgemeinen Wettermodellen kombinieren und daraus standortgenaue Vorhersagen und Empfehlungen ableiten: Soll jetzt bewässert werden oder kann Wasser gespart werden? Muss schnell vor dem nächsten Unwetter geerntet werden? Die zwei Angestellten übersetzen die Informationen in die zahlreichen lokalen Sprachen und versenden die Empfehlungen über einen SMS-Verteiler an die Bäuer*innen. Von DRCSC geschulte Freiwillige aktualisieren die Schautafeln und helfen so die Informationen in den Dörfern zu verbreiten.
„Seit März 2025 bekommen wir die Wetterinformationen und Empfehlungen für die Landwirtschaft. Das hilft uns sehr: Wir verlieren weniger Ernte, geben weniger für Saatgut, Dünger und Diesel aus und wissen frühzeitig, wenn wir etwas beachten müssen. Jetzt können wir besser entscheiden, wie wir das knappe Wasser nutzen“, sagt Swaraswati Hansda.

Gemeinsam für Klimagerechtigkeit weltweit
Mit Ihrer Spende schenken Sie mehr als Wettervorhersagen. Sie schenken Wissen, das den richtigen Umgang mit Wasser möglich macht – genau dann, wenn es gebraucht wird. So helfen Sie, Ernten zu sichern, Ressourcen zu schonen und Existenzen zu stärken.
Ihre Unterstützung macht „Wasser für alle“ Wirklichkeit.
Der SODI-Newsletter.
Erhalten Sie aktuelle Informationen aus erster Hand.
Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung. Unter dem Link „Abmeldung“ können Sie sich jederzeit wieder von unserem kostenlosen Newsletter abmelden.
Unsere Publikationen
auf einen Blick.
Einblicke und Ausblicke durch SODIs Publikationen: Erfahren Sie mehr über entwicklungspolitische Themen sowie SODIs Projekte weltweit.

