Frauen stärken ihre Rechte am Arbeitsplatz

„Jede Verletzung von Arbeitsrechten wie informelle Beschäftigung, verspätete Löhne oder Verweigerung von Mutterschaftsleistungen wirkt sich direkt auf die finanzielle Sicherheit aus von Frauen aus“, sagt Yana Medvedieva. Sie unterstützt mit ihrem Team von Jurist:innen Frauen dabei sich erfolgreich gegen Verstöße gegen ihre Arbeitsrechte zu wehren und koordiniert den Rechtsbereich der SODI-Partnerorganisation Divchata.
Die Ausgangssituation
In der Ukraine sind Frauen in der Arbeitswelt Diskriminierung ausgesetzt mit weitreichenden Folgen für ihre Einkommenssicherheit und berufliche Entwicklung. Sie verdienen weniger für die gleiche Arbeit als ihre Kollegen, werden seltener befördert und haben schlechtere Chancen eingestellt zu werden. Hinzukommen Belästigungen am Arbeitsplatz und Verweigerung von Schwangerschafts – und Mutterschaftsleistungen. Dabei nutzen Arbeitgeber Unsicherheiten bezüglich des seit 2022 geltenden Kriegsrechts aus.
Das gemeinsame Projekt von SODI und Divchata bietet über 400 Frauen individuelle Rechtsberatung und praxisnahe Online-Schulungen zum Arbeitsrecht. Zudem unterstützt es 120 Aktivist:innen dabei, Mitmach-Kampagnen zu gestalten, mit denen Frauenrechte in die Öffentlichkeit gebracht werden und für faire Arbeitsbedingungen und gleiche Rechte gekämpft wird
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Maßnahmen
Stark durch Wissen: Fraune verteidigen ihre Arbeitsrechte
Über 400 Frauen lernen in Online-Schulungen, sich im komplexen Rechts- und Sozialsystem zurechtzufinden. Sie erhalten eine rechtliche Erstorientierung, erfahren, wie sie sich gegen Diskriminierung wehren können und welche Schutzmechanismen und staatlichen Programme für sie infrage kommen. Ergänzend bieten Jurist:innen individuelle Beratung, klären konkrete Ansprüche und vermitteln bei Bedarf an Koordinierungsstellen für eine Prozessvertretung.
Aktuell berät Yana Medvedieva von Divchata eine Frau, die über mehrere Monate hinweg keine Vergütung für ihre Arbeit erhielt. Sollte der Arbeitgeber auf die Schreiben der Anwälte nicht reagieren, wird Divchata sie bei der gerichtlichen Durchsetzung ihrer Rechte unterstützen. Diese Unterstützung gibt den Frauen nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern auch neue Kraft und Selbstvertrauen. „Nach einer rechtlichen Beratung verändern viele Frauen ihre Wahrnehmung der eigenen Situation. Sie betrachten Verstöße nicht mehr als persönliches Versagen oder als kriegsbedingte Ausnahme. Damit steigt die Bereitschaft, Gesetzesverletzungen zu dokumentieren und informelle Arbeit abzulehnen. So trägt das Rechtsbewusstsein unmittelbar zur wirtschaftlichen Stabilität bei“, berichtet Yana Medvedieva.
Judengliche lernen, ihre Stimme für Gleichberechtigung öffentlich einzusetzen
Im Rahmen einer Advocacy- und Mitmach-Kampagne werden 120 junge Aktivist:innen im Alter von 18 bis 35 Jahren qualifiziert, sich öffentlich für Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt einzusetzen. In einem viermonatigen Schulungsprogramm erwerben sie Kompetenzen in Interessenvertretung, Storytelling, öffentlichem Auftreten und Social-Media-Arbeit. Gemeinsam entwickeln sie Kampagnen zu Themen wie Lohngleichheit, fairen Einstellungsverfahren oder Zugang zu Umschulungsangeboten. Ein im Projekt erarbeitetes Handbuch unterstützt sie dabei, eigene Aktionen zu planen, und eine Auswahl der Teilnehmenden wird bei der Umsetzung einer kleinen Kampagne gezielt begleitet.
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Partnerorganisation
Die 2019 gegründete, von Frauen geleitete Organisation Divchata („Mädchen“) unterstützt Frauen und Mädchen in der Ukraine.
Sie stärkt ihre Selbstbestimmung und Gleichberechtigung durch Rechtsberatung, psychologische Hilfe für Betroffene sexualisierter Gewalt und Aufklärung zu reproduktiven Rechten. Zudem organisiert sie Medienkampagnen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Marie Robinski
Programm-Managerin Ost- und Südosteuropa, Ukraine und Anrainerstaaten
marie.robinski@sodi.de
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