Bessere Gesundheitsvorsorge und sichere Einkommen

Medizinisches Fachpersonal besucht ein abgelegenes Dorf mit einer mobilen Gesundheitsstation. In abgelegenen Bergregionen Süd-Indiens stärken CTRD und SODI Adivasi-Gemeinschaften mit Zugang zu medizinischer Vorsorge © CTRD
Ausgangssituation
Viele der Familien, die in Indiens abgelegenen Regionen in kleinen Siedlungen rund um Gudalur, Ooty in den indischen Nilgiri-Bergen oder auch in der noch weiter abgeschiedenen Region Palamalai leben, bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Tagelöhnen, ihren Gemüsegärten und dem Kleinvieh, das sie halten.
Schulen und Gesundheitsstationen sind in der Projektregion nur schwer erreichbar. Zusätzlich zur wirtschaftlichen Unsicherheit und Armut sind sie als Angehörige der Adivasi Diskriminierung ausgesetzt. Adivasi ist eine Selbstbezeichnung mehrerer indigener Minderheiten und bedeutet „ursprüngliche Einwohner:innen“.
Die lokale SODI-Partnerorganisation Centre for Tribals and Rural Development (CTRD) kümmert sich vor Ort mit mobilen Gesundheitsstationen um die Menschen. 1.735 Familien werden dabei unterstützt neue Einkommensquellen zu erschließen, indem sie ihre Milchproduktion für den Verkauf ausbauen oder durch nachhaltigen Kaffeeanbau.



Maßnahmen
Mobile Gesundheitsstationen verbessern Gesundheitsvorsorge
Eine Hauptleistung der mobilen Gesundheitsstationen ist die Diagnose und Behandlung der Sichelzellenkrankheit. Im Projektgebiet ist die schwere, vererbbare Bluterkrankung vergleichsweise weit verbreitet. Sie führt zu chronischer Erschöpfung, extremen Schmerzkrisen, Infektanfälligkeit sowie Organschäden und kann unbehandelt lebensbedrohlich sein.
Frauen sind besonders gefährdet: Die Krankheit erhöht das Risiko für Fehl- und Frühgeburten und verursacht häufig schwere Blutarmut. Nährstoffmangel und fehlende Vorsorge verschärfen die Folgen zusätzlich. In über 180 Einsätzen der mobilen Gesundheitsstationen erhalten rund 1.400 Menschen medizinische Versorgung. Ärzt:innen und Medizinisches Fachpersonal führen Tests durch, stellen Diagnosen und begleiten Betroffene langfristig. Zudem versorgen sie sie mit Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln und unterstützen beim Zugang zu einer staatlich geförderten Krankenversicherung für Geringverdienende.
Erfolgsgeschichte: Suchithra geht mit neuer Kraft durch den Alltag
Die Gesundheitscamps haben die Lebensqualität von Suchithra verbessert. „Vor der Diagnose war ich ständig müde und hatte häufig Schmerzen“, erzählt die 26-Jährige. „Das Team erklärte mir, wie ich auf meine Gesundheit achten kann. Durch die Behandlung und die bessere Ernährung fühle ich mich deutlich stärker. Das Projekt hat damit auch mein Selbstvertrauen und meine Unabhängigkeit gestärkt“, sagt Suchithra.
Gemeinsam wirtschaftliche Perspektiven schaffen
Frauen gewinnen wirtschaftliche Unabhängigkeit
Rund 1.700 Frauen schließen sich in etwa 170 Selbsthilfegruppen zusammen. Das CTRD-Team unterstützt sie bei regelmäßigen Treffen zum Wissensaustausch, zur Finanzplanung und zur gegenseitigen Unterstützung. Die Gruppen fördern wirtschaftliche Selbstständigkeit und bieten zugleich sozialen Rückhalt.
Sie dienen zudem als Plattform, um gesellschaftliche Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und Benachteiligung anzusprechen und den Handlungsspielraum der Frauen zu stärken. Ein Multiplikatorinnen-Programm qualifiziert ausgewählte Mitglieder, ihr Wissen in Bereichen wie Landwirtschaft, Handwerk sowie Unternehmens- und Buchführung weiterzugeben.
Das Projekt stellt den Gruppen eine gemeinschaftlich verwaltete Anschubfinanzierung zur Verfügung. Daraus vergeben die Frauen Kleinkredite aus gemeinsamen Ersparnissen und Rückzahlungen und organisieren ihre Finanzierung eigenständig. So vermeiden sie die Abhängigkeit von hochverzinsten Krediten und stärken ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Nachhaltiger Kafeeanbau bietet eine neue Einkommensquelle
Auf rund 560 Hektar starten 200 Bäuer:innen den Kaffeeanbau in Kombination mit Zwischenfrüchten. Sie erlernen die Bodenvorbereitung und Aussaat über die Pflege von Pflanzen, Boden und Saatgut bis hin zu Ernte, Lagerung und Vermarktung.
Um den Einstieg zu erleichtern, stellt das Projekt Setzlinge für die Kaffeebäume bereit und unterstützt den Aufbau einer verlässlichen Infrastruktur. Dazu gehören zwei projektfinanzierte Baumschulen sowie gemeinschaftlich genutzte Maschinen wie ein Traktor und eine Motorhacke. Zudem werden Quellen für die Bewässerung der Felder erschlossen.
Nach drei bis vier Jahren tragen die Pflanzen erstmals Ertrag. Für die Familien bedeutet das die Aussicht auf eine neue nachhaltige Einkommensquelle.
Erweiterung der Milchproduktion bringt Stabilität
130 Landwirt:innen aus Palamalai, die bereits Kühe besitzen, werden dabei unterstützt, ihre Milchproduktion gezielt weiterzuentwickeln. In 50 Trainingssitzungen erweitern sie ihr Wissen zu Viehzucht, Futtermittelmanagement, Milchqualität und Tierpflege. Praktische Demonstrationen und Workshops sorgen für eine direkte Umsetzung im Alltag.
Zur besseren Vermarktung werden zwei zentrale Milchsammelstellen im Projektgebiet eingerichtet. Zudem hat das CTRD-Team Zusagen von Hochschulen in Perianayakampalayam und Coimbatore erhalten, die Milch für ihre Kantinen regelmäßig abzunehmen. Ergänzend begleitet das Projekt die Gründung einer landwirtschaftlichen Kooperative, die Transport und Verkauf organisiert. So entstehen verlässliche Absatzwege und stabile Einkommen für die beteiligten Familien.
Unterstützen Sie mit Ihrer Spende Adivasi-Gemeinschaften darin, ihr Einkommen und ihre Gesundheit zu verbessern
Partnerorganisation
Das Centre for Tribals and Rural Development (CTRD) ist eine gemeinnützige lokale Nichtregierungsorganisation, die sich seit seiner Gründung 1988 für die Stärkung des Selbsthilfepotenzials indigener ländlicher Gemeinschaften einsetzt. SODI und CTRD blicken auf viele erfolgreiche gemeinsame Projekte zurück.

Dieses Projekt wird gefördert durch private Spenden und:



