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28.09.2017

Neues Projekt in Namibia geplant – Ausbau von Umweltbildung mit EduLink

SODI setzt seine langjährige Umweltarbeit in Namibia fort. Durch den immensen Erfolg des Bildungskonzeptes von EduVentures sollen die Aktivitäten nun auf das ganze Land ausgeweitet werden.

Man steht angelehnt an Motorhaupe während namibischer Dämmerung

Corris Kaapehi, Projektmanager EduVentures ©EduVentures, 2013

Das gemeinsame Projekt EduMobile von SODI und EduVentures war für die Umweltbildung in Namibia ein großer Erfolg. So sollen die innovativen Umweltbildungsaktivitäten auf das ganze Land ausgeweitet werden. Um dies zu realisieren, will das neue Projekt EduLink acht Weiterbildungszentren errichten, in denen Lehrer*innen in Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) geschult werden, sodass sie als Multiplikator*innen noch mehr Schüler*innen erreichen.

Corris Kaapehi ist von Anfang an dabei. Als 13-jähriger im Umweltclub hatte ihn das Thema so gepackt, dass er jetzt bereits seit mehreren Jahren bei EduVentures aktiv ist. „In manchen Dörfern begannen die Schüler direkt mit gemeinsamen Müllsammlungen und pflanzten schattenspendende Nutzbäume. Jeden Monat bekommen wir Anfragen von den Schulen, viele warten darauf, dass es weitergeht“, so Corris Kaapehi. „Wir planen im neuen Projekt insgesamt 280 Lehrkräfte auszubilden, um die Nachfrage landesweit zu decken“, erklärt er. Ziel dieser ganzen Aktivitäten ist die Integration von BNE in die nationalen Bildungsinhalte und eine Vernetzung von Expert*innen und Umweltaktivisten über das ganze Land und darüber hinaus. All das ist bereits detailliert geplant und Corris Kaapehi und das Team hoffen jeden Tag auf die Zusage SODIs. Doch noch steht den neuen Plänen die Finanzierung im Weg. SODI möchte dieses wichtige Projekt unserer langjährigen Partnerorganisation unterstützen. Gemeinsam können wir auf die Folgen des Klimawandels reagieren und eine nachhaltige Zukunft schaffen!

Zum geplanten EduLink-Projekt

Klimarealität in Namibia

Namibia gehört laut Klima-Risiko Index zu den zehn afrikanischen Ländern, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind. Es ist eines der trockensten Länder südlich der Sahara. Der prognostizierte Klimawandel stellt eine erhebliche zusätzliche Bedrohung durch Degradation der natürlichen Ressourcen in den ländlichen Gebieten dar und gefährdet die Erfolge der gemeindebasierten Bewirtschaftung von Naturressourcen der letzten 20 Jahre. Er verstärkt die hohe Vulnerabilität des Landes gegenüber extremen Wetterereignisse wie Dürren und bedroht so die Ernährungssicherheit. Zusätzlich gefährden nicht nachhaltige Praktiken, wie Überweidung oder ineffiziente Wassernutzung, die Biodiversität und die Umwelt allgemein. Deshalb ist Bewusstseinsbildung in allen Bevölkerungsschichten in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels und nachhaltige Nutzung der begrenzt vorhandenen natürlichen Ressourcen in Namibia schon heute existentiell.

EduMobile – ein Projekt startet durch 

Seit 2013 hat EduVentures gemeinsam mit SODI das Umweltbewusstsein in Namibia gestärkt. Die namibische Organisation will das natürliche Erbe ihres Landes und seine Biodiversität erhalten. Insgesamt 3020 Jugendliche konnten mit den regelmäßigen Besuchen in namibischen Schulen durch das Team erreicht werden. Über 300 Schüler*innen engagieren sich in den gegründeten Umweltclubs der Schulen. Der ganzheitliche Ansatz des Projekts zeigt sich auch in den verschiedenen Aktivitäten.

Eines der herausragendsten Projekte ist hierbei das mobile Klassenzimmer des EduMobiles, welches den eigens entwickelten Lehrplan für Umwelt und Nachhaltigkeit auch an die entlegensten Orte Namibias bringt. Es ergänzt dabei den allgemeinen Unterricht durch praktische Lektionen über Biodiversität, Klimawandel und Nachhaltigkeit. Andere Projekte umfassten Gartenarbeit, Kunstprojekte oder erneuerbare Energien.

Die Umsetzung von EnviroTV, Videos zum Thema Umwelt, gewann den Youth Environmental Journalism Award 2013. „Die Schüler berichteten über die Aktivitäten in den Gemeinden und interviewten Stammesälteste der Gemeinden, um von ihnen etwas über die lokale Natur zu lernen“, erzählt Corris Kaapehi von EduVentures. Aber auch von den Jugendlichen in ihren Gemeinden initiiert Müllsammelaktionen gingen die Umweltprobleme ganz direkt an, wie in Okakakrara. Anderswo minimierte man den hohen Wasserverbrauch und brachte den Menschen durch Workshops mit dem CUVE water project das „Integrierte Regenwasser Management“ näher. Gemeinsam wurde ein Konzept erarbeitet, um an der Schule in Rundu ein Garten mit integriertem Regenwasser zu erbauen.

Auch ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen wurde den Jugendlichen durch einen kreativen Upcycling Workshop an der Nikodemus Nashandi Schule gezeigt. Aus gespendeten alten PVC Bannern entwarfen die Schüler*innen ihre, an den Namen der Schule angelehnten, Niky bags – selbst designte Schultaschen. Das Projekt wird durch die Lehrer*innen jährlich neuen Schüler*innen näher gebracht. Der Verkauf der Taschen ermöglicht weitere Projekte des Umweltclubs und der Schule, wie neue Klassenräume oder Toiletten.

Ausführliche Informationen zu Projektaktivitäten von EduMobile

Video über das EduMobile: