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14.02.2019

Kuchen statt Kernkraft

Ende Januar haben Schüler*innen aus Eisenhüttenstadt gemeinsam mit der SODI-Ortsgruppe zum Tag der offenen Tür an der Gesamtschule 3 geladen. Neben der Information über die SODI-Projekte für Spätfolgen der Tschernobylkatastrophe standen kreative Aktionen im Vordergrund. Insgesamt wurden 262 Euro Spende eingenommen.

Schüler verkaufen selbstgebackenen Kuchen an andere Schüler

Kuchenbasar und Lotterie brachten 262 Euro Spenden für die strahlengeschädigten Kinder in Belarus ein. © SODI

Eine Schülerin erklärt vier Interssierten die Ausstellung

Schüler*innen der AG Patenschaft führten durch die Ausstellung über die Risiken der Atomenergie und informierten über die SODI-Projekte in Belarus. © SODI

Am 19. Januar veranstaltete die AG Patenschaft der Gesamtschule 3 und die SODI-Ortsgruppe Eisenhüttenstadt-LOS ihren alljährlichen Tag der offenen Tür. Sie informierten die Besucher*innen über das schwere Erbe der Tschernobylkatastrophe und über die Spätfolgen, mit denen auch ihre Freunde des Partnergymnasiums Nr. 4 in Witebsk (Belarus) zu kämpfen haben. Schüler*innen wie Ulrike aus der AG Patenschaft führten durch die Ausstellung und informierten über die SODI-Projekte in Belarus. Mit einem Kuchenbasar und einer Solidaritätslotterie wurden an diesem Tag 262 Euro gesammelt. „Das Angebot, für ein Euro das Stück Kuchen oder auch Kuchenpakete mitzunehmen, wurde reichlich angenommen“, berichtet Jürgen Sobeck von der SODI-Gruppe erfreut. „Ganz konkret wird das Spendengeld für eine fest installierte Messstelle zur Lebensmittelmessung auf Verstrahlung, den Aufklärungsunterricht und für Pektinkuren an der Mittelschule in Otwerschitschi in Belarus verwendet“, sagt Hagen Weinberg, Sprecher der SODI-Gruppe Eisenhüttenstadt. Ein guter Anfang für 2019, finden die Aktivisten.

Solidarität und Aktionen seit vielen Jahren

Die Aktivisten von SODI und die Schüler*innen verbindet eine lange Geschichte. Bereits vor zehn Jahren haben interessierte Jugendliche die AG Patenschaft gegründet. Doch auch außerhalb dieser Gruppe ist die Gesamtschule 3 in Eisenhüttenstadt aktiv. „Die GS 3 hat mehrmals mit Schülern und Pädagogen an unserer Projektreise teilgenommen und inzwischen, seit fünf Jahren, eine funktionierende Partnerschaft mit dem Gymnasium Nr. 4 in Witebsk“, erzählt Hagen Weinberg. Aber auch Alternativen zur Atomenergie in Deutschland beschäftigen die Jugendlichen und die SODI-Gruppe. In Seminaren zu Umweltbildung und erneuerbaren Energien werden Alternativen zur Atomenergie diskutiert.

Und der Kampf geht weiter

Auch 2019 haben die Schüler*innen und SODI-Ortsgruppen eine Reihe von Aktionen für eine friedliche Welt ohne Atomenergie geplant. Bereits am 14. März diskutiert die AG Patenschaften mit Kandidat*innen der Landtagswahl und anderen Verantwortungsträgern über Fragen der Energie und Umwelt in einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft. Im Mai sorgen der Infostand auf dem Brückenfest in Frankfurt Oder am 1. Mai und ein Spendenlauf für viel Aufmerksamkeit und Aufklärung über das Thema.

Die alljährliche Tschernobyl-Aktionswoche bekommt in diesem Jahr den Zusatz Fukushima, da sie am 11. März, dem Jahrestag der Katastrophe in Fukushima, beginnt. Unter dem Motto „Wider das Vergessen – für unsere Erde!“ wird es eine große Zahl an Aktionen in Berlin und entlang der Oder geben. Das Programm ist hier zu finden.

Der lange Schatten von Tschernobyl

In Belarus geht man allein von 400.000 Kindern aus, die noch heute von gesundheitlichen Folgen der Tschernobylkatastrophe betroffen sind. Gemeinsam mit mehreren Partnerorganisationen solidarisiert sich SODI deshalb seit 1996 mit den strahlengeschädigten Kindern und ihren Familien in den belarussischen Regionen Mogilijow und Gomel. Mit Kuraufenthalten, Unterstützung der Familien und Forschung sowie Aufklärung werden Inklusion und die Verbesserung der Lebensverhältnisse vorangetrieben. „Unsere Untersuchungen der Kinder ergaben eine hohe Effektivität der Kindererholung und Pektinkuren in den Jahren 2010 bis 2016“, berichtet Ing. Iwan Krasnopjorow vom Institut für Strahlensicherheit BELRAD in Minsk. Das Institut entwickelte das nach europäischen Standards getestete und erfolgreiche Präparat „Vitapekt“. Mehr zu den Projekten erfahren Sie hier.