Nachrichten

12.03.2019

Sauberes Trinkwasser in DR Kongo: Erste Leitungen verlegt

Die Insel Idjwi im Kivu-See leidet unter schlechter Wasserversorgung und gesundheitlichen Risiken durch unreines Wasser. Jetzt konnten die ersten Leitungen und Tanks im neuen Trinkwasserprojekt errichtet werden.

Menschen bauen im Wald ein Betonfundament

Ein Fundament für die Wassertanks wird gebaut © UGEAFI

Menschen bauen im Wald ein Betonfundament

Erste Wassertanks entstehen © UGEAFI

Bild einer schwarzen dünnen Leitung, die im Boden vergraben wird.

Erste Wasserleitungen werden in die Erde gelassen © UGEAFI

Derzeit sind auf der Insel Idjwi im Kivu-See 76.000 Menschen aus 350 Dörfern von der schlechten Wasserversorgung betroffen. Jahrelange Konflikte in der DR Kongo und größtenteils zerstörte Infrastruktur ließen eine verarmte Bevölkerung zurück. Wenige Wasserentnahmestellen machen den Kivu-See zu einer Hauptwasserquelle - zum Wäschewaschen, für die Körperhygiene und als Trinkwasser zugleich. Die Ausbreitung von Krankheiten, die durch Wasser und mangelnde Hygiene übertragen werden, sind die Folge. Die elf Mitarbeiter*innen von SODIs Parteiorganisation UGEAFI wollen mit ihrer 20-jährigen Erfahrung in der humanitären Hilfe das Leben der Bevölkerung gemeinsam mit dieser verbessern. Im neuen Trinkwasserprojekt konnte dank der Solidarität aus Deutschland nun mit dem Bau der ersten Wassertanks und -leitungen begonnen werden.

Wassertanks und Rohrsysteme werden errichtet

„Wie geplant konnten wir schon zeitig mit den Bauarbeiten beginnen. Es stehen bereits die Fundamente für die ersten Wassertanks, die im März aufgestellt werden sollen“, berichtet der Ingenieur Monsieur Willy (26), welcher sich für UGEAFI mit dem Wasserverteilungssystem vor Ort beschäftigt. Nach der Berechnung der nötigen Gefälle, denn das Wassersystem soll ohne Pumpen funktionieren, und dem Ausheben von Gräben, wurden ebenfalls erste Leitungen verlegt, um sie in nächster Zeit mit den Wasserspeichern zu verbinden. So können die ersten der insgesamt 21 Wasserentnahmestellen bereits vor dem Sommer in Betrieb genommen werden.

„Bis 2022 wird das ganze System für die 76.000 Menschen fertiggestellt sein. Bereits ab 2019 sollen gewählte Wassermanagement-Komitees der Gemeinden ihre Arbeit aufnehmen. Diese werden für die Wartung des Systems und die Wasserverteilung selbst verantwortlich sein!“, erklärt Ingenieur Willy. Die ständige Ausbildung der Wasser-Management-Komitees ist nicht nur während, sondern besonders für die Zeit nach dem Projektende entscheidend, um eine nachhaltige Wasserversorgung auf der Insel Idjwi im Kivu-See zu gewährleisten. Im Einverständnis mit der Bevölkerung werden die Komitees, jeweils bestehend aus fünf Dorfbewohner*innen, geringe Beiträge für das Abfüllen der Kanister mit sauberem Trinkwasser erheben. Dies ermöglicht das Betreiben der Entnahmestellen und notwendige Wartungen sowie Reparaturen der Wasserquellen und Rohrleitungen. Gleichzeitig regeln die Komitees die Uhrzeiten der Wasserentnahme, vermeiden Chaos bei der Nutzung, halten die Quellen hygienisch sauber und schützen die Wasserentnahmestellen vor mutwilliger Zerstörung. Künftig sollen die Wasser-Management-Komitees strukturell mit den staatlichen Behörden kooperieren und in der Region eine stabile Wasserversorgung gewährleisten. „Die ersten Komitees wollen wir Ende dieses Jahres besetzt haben“, sagt Naum Butoto, Direktor von UGEAFI.